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Wir über uns 

Wir glauben zwar, dass man die Hundebesitzer am besten auf dem Umweg über den Hund, das Haustier kennen lernen kann. Andererseits ist es aber manchmal hilfreich und oft leichter, sich einmal ordentlich vorzustellen. Deshalb habe ich hier einmal uns selber und unseren Werdegang  ein wenig beleuchtet.

Seit frühester Jugend ist der Umgang mit Tieren ein fixer Bestandteil unseres Lebens. Völlig unabhängig von einander ( Natürlich - wir waren damals Kinder und kannten einander ja noch gar nicht) wuchsen wir in direktem Kontakt mit der Natur auf. Deshalb gilt unsere besondere Zuneigung Allem was da so kreucht und fleucht, wächst und blüht. Verständlicher Weise sind wir gerade unseren eigenen Tieren besonders zugetan, aber dass bedeutet nicht, dass wir alle anderen Lebewesen nicht ebenfalls achten und wertschätzen.

Besonders bei mir erfolgte die Infektion mit dem Virus “Hundeliebe” schon sehr bald. ich wuchs in einem Zwinger auf (also nicht direkt in einem Zwinger, ich hatte schon ein Kinderzimmer) und mit gerade einmal zwölf Jahren präsentierte ich meinen eigenen Hund recht erfolgreich auf einer Ausstellung. Von da weg begleiteten Hunde mein Leben, zuerst Wolfsspitze aus der Zucht meiner Eltern, dann Schäferhunde und so mancher Mischlinge, oft auch aus dem Tierschutzhaus. Und da wir uns den “Herdis” verschrieben haben, auch andere HSH-Rassen, zum Beispiel Kaukasen. Unser leider viel zu früh von uns gegangener, Kaukasen ATTILA stammte so wie auch DOLLY aus dem neuen Wiener Tierschutzhaus. Und schon seit etlichen Jahren, ja Jahrzehnten ( 1998 ) sind es Zentralasiaten, welche uns am meisten beschäftigen. Mit dem Import von unserer AUDREY begann eigentlich die Zentralasiatenzucht in Österreich. Sie ist natürlich nicht der erste ZO welcher nach Österreich kam, aber sie ist der erste ZO in österreichischem Besitz der im Zucht- und Ausstellungsgeschehen eine dominierende Rolle spielt. Und da kann man mich auch schon gemeinsam mit unserer Championess AUDREY im Ring sehen. Und das eckige Ding vor meinem Bauch ist das Handy, keine Insulinpumpe oder Ähnliches, ich werde dieses Ding auch wirklich nicht mehr dort aufbewahren - versprochen!

Bei Martina war dieser Weg nicht ganz so geradlinig, aber über die verschiedensten Kleintiere, besonders Reptilien und da ganz speziell ein Chamäleon und dann Golden Retriever landete sie ebenso wie ich letztendlich bei unseren Asiaten. Ihr ganz spezieller Hund ist AISHA, nicht dass sie die anderen weniger liebt, aber AISHA und sie gehören einfach zusammen. Schon als Baby hatte AISHA Gelegenheit zu zeigen, wie gut sie mit einander auskommen. Auf der Clubsiegerschau 2003 errang AISHA ganz souverän den Titel “ Best Baby ”, nicht zuletzt wegen der harmonischen Präsentation. Denn das ist etwas was gerade bei ZO nicht so selbstverständlich ist. Schon so kleine ZO haben ihren eigenen Kopf und ein ZO macht einfach nicht mit, wenn er denn Sinn der Sache nicht einsieht. Und gerade bei Ausstellungen kann die Geduld und das Verständnis eines Hundes schon sehr beansprucht werden. Zuerst das lange Warten und dann im Ring noch zu allen möglichen Typen freundlich sein kann schon recht hart sein. Aber einen richtigen ZO, auch wenn er erst vier Monate alt ist, kann auch so etwas  nicht erschüttern.

Gemeinsam ist uns beiden neben der Begeisterung für diese, unsere Hunde also auch eine umfassende Tierliebe und Begeisterung für die Natur. Denn neben unseren Hunden besitzen wir noch eine ganze Reihe von anderen Tieren. Die Zahl unserer Schildkröten schwankt zwischen 15 und 35, abhängig davon, wieviele Sporenbabys gerade noch bei uns sind. Und die Agaporniden werden auch ständig mehr, 20 erwachsene Vögel und ein bis zwei Hände voll Küken sind die Regel. Und den Schildkrötenbadeteich bevölkert im Sommer ein mächtiger Schwarm Guppys, welche im Winter in das Aquarium im Schildihaus müssen. Unsere gesamte Freizeitgestaltung und Lebensphilosophie sind von der Haltung unserer Tiere geprägt. Und so sind wir immer mit unseren Hunden und oft mit unseren Freunden in unserem knallorangen Hundetransporter-Doblo unterwegs. Wir versuchen einfach unser Leben im Einklang mit diesen Werten zu führen. Das bedeutet auch Obst aus dem eigenen Garten, selbst gemachte Fruchtsäfte und Marmeladen sowie äußerst mäßiger und sehr wohl bedachter Fleischkonsum. Keine Drogen, keine Exzesse oder Ausschweifungen - dafür haben wir sowieso einfach keine Zeit, wir sind mit unseren Tieren dafür viel zu beschäftigt. Auf einen Nenner gebracht, versuchen wir ganz einfach auf unsere Art aus dem sich immer schneller drehenden Konsumringelspiel auszusteigen. Das kann natürlich nicht in allen Belangen funktionieren, ohne Auto und Computer wären wir arm dran, aber in vielen Bereichen des täglichen Lebens kann man leicht auf einige Dinge verzichten und dafür aber sehr viel mehr zurückbekommen. Ganz besonders ist das natürlich in der Wahl unserer Hunde und unserer Art sie zu halten erkennbar.

Dabei versuchen wir, das was wir anfangen auch ordentlich und in Einklang mit unseren Grundsätzen bis zum Ende durchzuführen. Es ist uns einfach viel wichtiger, das Schildkrötenwinterquartier fertig zu stellen als im Wohnbereich irgendwelchen Luxus zu installieren. Es bedeutet uns mehr mit den Hunden unterwegs zu sein als ein tolles Auto zu haben. Wir selber, unser Leben und unsere Tiere sind der Zweck, das Ziel und die Dinge rundherum sind bloß Mittel dazu. Durch eben diese Weltsicht ergab sich für uns völlig logisch die Wahl der von uns bevorzugten Hunderasse.

Schon Anfang der neunziger Jahre war mir klar, dass die in Europa bekannten und etablierten Hunderassen nicht das bieten können was ich mir erhoffe. Wir suchten nach einem gut mittelgroßen, kräftigen Hund, wetterfest und widerstandsfähig, beweglich und unverdorben. Dazu noch ein gesunder Charakter, einen ordentlichen Schutztrieb aber ohne jede Bösartigkeit und dabei innerhalb der eigenen Familie geduldig und fügsam. Das klingt wie die “eierlegende Wollmilchsau” glaubt ihr jetzt?

Richtig, der Zentralasiatische Ovtcharka ist wirklich so etwas Ähnliches, und wir haben unser Herz restlos an diese Rasse verloren. Tatsächlich ist es so, dass wir in Österreich wahrscheinlich die einzigen wirklich Rassekundigen sind, sogar im Ausland haben wir eine recht gute Reputation erworben. Unsere Kontakte zu den verschiedenen etablierten Zwingern im ehemaligen “Osten” und das gute Einvernehmen welches sich eingestellt hat, war uns schon oft sehr hilfreich. Unser kleiner NAZIM gelangte nur durch die großzügige und kompetente Unterstützung unserer hilfsbereiten Freunde in der Tschechischen Republik und Polen von Moskau nach Obersiebenbrunn.

Besonders freuten wir uns über die Einladung, Mitglied einer weltweiten Newsgroup zu werden, welche sich ausschließlich aus wirklich hervorragenden Züchtern und Experten zusammensetzt. Viele schöne und für uns ungemein wichtige Kontakte können so gepflegt werden und wirklich interessante Information ausgetauscht werden.