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Mit den Sporenschildkröten ( Centrochelys sulcata ) aus Afrika, der drittgrößten Landschildkrötenart der Gegenwart, hat für uns die Schildkrötenhaltung eigentlich begonnen. Was schon vor vielen Jahren als ein eher noch kleines und recht harmlose s Hobby begann, hat sich in der Zwischenzeit zu einem weit mehr als dreißig Kilogramm schweren Sporenschildkrötenbock ausgewachsen. Das rechts ist unser KLEINER, knapp einen dreiveirtel Meter lang und nachdem wir unseren DICKEN wegen einer unheilbaren Krebsgeschwulst einschläfern lassen mußten, unbestritten dominanter Sporenbock. Die beiden Hübschen links sind PIA und MIA unsere beiden großen Mädchen. Zwar sind die Weibchen etwa zehn Zentimeter kleiner und ein paar Kilo leichter als der Bock,, aber immer noch gewaltige Brocken mit über 20 kg Lebendgewicht. Damit sind sie doppelt so lang und mindestens 5 mal so schwer wie die größte griechische Landschildkröte. Um das geschlechterverhältnis noch weiter aufzubessern, haben wir in der Vergangeneheit immer wieder Jungtiere zugekauft. Diese kleinen Wie klein die “Kleinen” noch sind, kann man sich am besten im dir ekten Vergleich mit einer “richtigen” Schildkröte anschaulich machen. Da sitzt nun unsere ( aller kleinste ) BOOGIE mitten im Grünfutter vor dem formatfüllenden Hintergrund namens KLEINER. Von diesen drei noch nicht adulten Tierchen hoffen wir, dass es Mädchen sind. Natürlich kann bei so jungen Tieren das Geschlecht noch nicht bestimmt werden, wer von sich behauptet, das zu können ist entweder ein Wundertäter oder ein Spinner. Aber wir können vorsichtig die Zeichen deuten und Überlegungen anstellen. Einerseits wegen der uns bekannten Zeitigungstempera tur im oberen Bereich und andererseits wegen einiger äußerer Merkmale, wie etwa der Form der Analschilder, denken wir, dass es so ist. Hier ist JOLLY ( der früher SALLY geheißen hatte - siehe oben ) ein ja schon recht großes Tier mit über 4 Kilogramm wo man schon das Geschlecht gut erkennen kann, kann zu sehen, hier dient der DICKE als Hintergrund und Vergleich. Ab dieser Größe ist das Geschlecht schon recht sicher zu bestimmen. Das Problem ist nämlich nur, dass Jungtiere und Weibchen das selbe Exterieur zeigen, während Böcke ein im Alter zunehmend mehr typisches Äußeres zeigen. Was wie ein Bock aussieht ist auch ein Bock, was wie ein Weibchen wirkt, kann ein Weibch en sein oder einfach nur zu jung sein. Nun hoffen wir sehr, dass die Zukunft diese, unsere doch recht gut fundierte Vermutung bestätigen wird. Dann hätten wir eine Gruppe von drei Schildkrötenböcken und fünf Weibchen, was auch ein ganz ausgewogenes und wirklich gutes Geschlechterverhältnis sein wird. Ein oder zwei weitere Weibchen wären natürlich noch besser, aber was noch nicht ist kann ja noch werden. Und die Weibchen die wir haben sind schon sehr brav. Da kann man PIA bei der Ablage ihres zweiten Geleges sehen. Ganze 18 Stück hat sie da am 12. Februar auf einmal abgelegt, aber nach dem ersten Ei war ich mit dem Wegräumen der Eier zu beschäftigt um noch weiter zu fotografi eren. Unsere beiden Jäger-Brutapparate haben wir durch ein von uns umgebautes 250 Liter Aquarium ersetzt. Das ist jetzt nicht mehr so ganz bumvoll, aber rund 40 Sporenschildkröteneier reifen darin gemächlich dem Schlupf entgegen. Ständig beobachten wir die Brüter und kontrollieren die Eier, immer wieder schlüpfen ein paar Babys - zwei, drei Wochen keine, dann wieder drei, vier am selben Tag. So haben wir im Laufe der letzten Jahre so an die hundert kleinen Sporenschildkröten in die Welt gesetzt. Und als richtige Sporen, zwanzig Millimeter lang und vielleicht einige zwanzig Gramm schwer, haben sie auch schon ein eigenes Abteil auf dem Tisch im Schildihaus für sich ganz alleine. Und sie krabbeln und graben, laufen und fressen ganz genau so wie die Großen. Wenn jemand nach Wundern sucht, soll er sich einmal vorstellen, dass da ein Schildi-Ei, groß wie ein Tischtennisball drei Monate und eine Woche im Warmen liegt, und dann kommt da eine ri chtige, komplette Schildkröte heraus, fertig gerüstet für das Leben. Und für uns fangen jetzt die Sorgen an, für die Kleinen geeignete, neue Besitzer zu finden. Denn wie wir alle inzwischen ganz genau wissen, ist die ordentlich und artgerechte Haltung von “Sporen” nicht so ganz ohne Probleme. Also wenn jemand überzeugt ist, dass er der wirklich richtige ( zukünftige ) Sporenschildibesitzer wäre, ist jederzeit herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden! Und die Nachzucht von “Sporen” macht Sinn, ist notwendig. Denn im April 2000 beschlossen die Vertreter der WA-Vetragsstaaten eine ab 2001 geltende Nullquote für die Ausfuhr aus den Ursprungsländern. Angeregt wurde dieser Entscheid durch einen Antrag Frankreichs, die Sulcatas auf den Anhang I zu schreiben, verschiedene kommerzielle Interessen führten dann letztendlich zu dem Kompromiss : weiter hin gelistet im WA Anhang II, aber Nullexportquote ! Es ist schon komisch, dass eine Tierart, so perfekt wie die Sporen an ein so riesiges Habitat angepasst - vom Aussterben bedroht ist? |