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Schon wieder neue Schildis in Obersiebenbrunn? JOPP, aber mal etwas ganz anderes. Wasserschildkröten, also genauer gesagt Sumpfschildkröten, aber solche die mehr im Tro ckenen als im Wasser leben. Da hat ein Schildkrötenbesitzer seinen Erdschildkröten- bestand aufgelöst und so sind die beiden zu uns gekommen. Das bewährte Quarantänequartier wurde kurzerhand zum Erdschildkrötenabteil umgestaltet. Mit Badebecken und Allem was dazu gehört. Das, was da links in meiner Hand sitzt, ist das ausgewachsene Weibchen, ganze zwanzig Zentimeter lang und 800 Gramm schwer, ihr Partner ist noch kleiner, gerade 380 Gramm bringt er auf die Waage. Das sind einmal richtig kleine Schildis, geeignet für das Wohnzimmer - ein zwei Meter Terrarium reicht für ein Pärchen. Noch sind die diese Schildkröten in Mittelamerika recht zahlreich anzutreffen, aber der Bestand nimmt erschreckenmd schnell ab. Von der Prachterdschildkröte Rhinoclemmys pulcherrima gibt es vier Unterarten, die bei uns gepflegten Tiere repräsentieren die CostaRica - Unterart Rhinoclemmys pulcherrima manni. Sie ist von diesen vieren die bunteste, die tropischste und die trockenste Art ihrer gesamten Verwandtschaft. Wie man sehen kann, sind die auf dem Landteil sehr gut zu Fuß und der Name Prachterschildkröte wird angesichts der Färbung des Panzers verständlich. Das Verbreitungsgebiet dieser Schildkrötenart schließt direkt an die nördliche Grenze des Vorkommens der Köhlerschildkröte an. Und diese Tiere zu züchten ist dringend notwendig, nur so können die natürlichen Vorkommen erhalten werden. Und glücklicher Weise verstehen sich die beiden tatsächlich bestens, wir konnten schon mehrere Paarungen beobachten! Inzwischen sind noch vier weitere Tiere dieser Art zu uns gekommen, diese Gruppe ist ungalublich aktiv uns ein unterhaltsamer Anblick. Jetzt liegt es an uns, auf die Eiablage zu w arten, die Eier auszubrüten und die Babys aufzuziehen - wenn es klappt. Und wir hoffen natürlich auf einen Erfolg, einerseits um der Tiere willen, andererseits können wir so einen Erfolg auf unserem Weg zum SCHILDIZOO gut brauchen. Und noch ein Erdifoto, diesmal im Wasser und ein Portrait, da kann man das lustige Streifenmuster im Gesicht richtig gut sehen. Trotz dieser extravaganten Färbung und der unkomplizierten Haltung haben diese Tiere keinen besonderen Zuspruch. Dabei wäre das eine Schuildkrötenart, welche auch in einem Zimmerterrarium gut zu halten ist. Die geringe Größe, die wenig spezialisierte Ernährung und der eher geringe Anspruch an die Beleuchtung sollten diese Schildis eigentlich als unproblematische Pfleglinge *) zu einem “Renner” machen.
*) Die Panzerlänge der ( größeren ) Weibchen beträgt knapp 20 Zentimeter, Böcke sind vielleicht 5 Zentimeter kleiner, das bedeutet ein normal tiefes Terri von zwei, vielleicht zweieinhalb Meter Länge. Bei einem Körpergewicht von gut 30 dag beim Bock und bis 70 dag beim Weibchen ist auch klar, dass der Futterbedarf nur gering ist. Obst und feines Grünfutter werden gerne genommen, in Mengen welche auch in den bekannten Folienbeuteln im Biokühlregal zu bekommen sind . Ein- oder zweimal die Woche gibt es dann noch Tauwürmer ( aus dem Fischereibedarfhandel - 12 dicke Dinger um € 2,70 ) welche im Wasser gierig verzehrt werden.
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