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Unsere Piepsa 

Ursprünglich war es nur vorgesehen, einige wenige, bunte Vögelchen zu halten, welche den ungenutzten Luftraum im Schildihaus nutzen, anzuschaffen. Unsere Wahl fiel dabei auf Agaporniden, kleine Papageien aus Afrika. Agaporniden deshalb, weil sie einerseits aus einem ähnlichen Habitat stammen wie unsere Sporen und Panther. Ein weiterer Grund war auch, weil diese Vögelchen schon seit langer Zeit in Europa gezüchtet werden und dabei eine arge “Überproduktion” auftritt. So nehmen wir immer wieder nicht mehr gewollte Agas bei uns auf - so dienen wir nicht nur dem Tierschutz sondernh auch dem Artenschutz. Wollen wir doch wirklich nicht Tiere aus der Natur entnehmen, Arten dadurch gefährden - viel lieber wollen wir etwas zum Schutz der bedrohten Arten tun.

Deshalb landete zuerst ein Goffini hahn und jetzt unlängst eine passende Henne bei uns. Diese Kakadus sind in ihrer ursprünglichen Heimat - den Tanimbarinseln - praktisch ausgerottet. Das WA listet diese Vögel deshalb auch auf dem 1. Anhang!

 

Warum jetzt eine eigene Seite über die Vögelchen eingebaut wird, kann man sich jetzt fragen. Von den Hunden zu Schildis und jetzt Vögelchen? Spinnen die denn?

Ja Natürlich !

Wer sich an die Seite “Über uns” erinnert oder dort nachsieht, wird finden, dass wir in der artgerechten Haltung und erfolgreichen Pflege solcher Tiere unsere Freude haben. Und um das Wissen darüber auch anderen zugänglich zu machen haben wir überhaupt mit dem Anlegen und Veröfffentlichen einer homepage begonnen. ZO kennt man in Österreich kaum, Schildkröten sind ganz allgemein ziemlich unverstanden und Papageien werden leider viel zu oft völlig unzulänglich gehalten. Und über diese Unterbringung, den Bau der Voliere und die Vögel selber werden wir hier ein wenig berichten.

Und so wie bei den Schildis möchten wir auch über die Papgeien ein paar ernstgemeinte Worte anbringen.

 

Man kann keinen Papageien in einem handelsüblichen Käfig halten. Es gibt gesetzlich festgelegte Mindestanforderungen für die Unterbringung der Vögel. Die Betonung liegt dabei auf “Mindest”, Genaue, artspezifische Abmessungen können über die ARGE Papageienschutz erfahren werden. Aber eine sinnvolle Faustregel verlangt für ein Paar Tier eine Voliere welches 5 Flügelspannen breit und zehnFlügelspannen lang ist. Das ergibt schon für zwei Wellensittische ( Spannweite 25 Zentimeter ), eine Voliere mit einer Grundfläche von gut 3 Quadratmetern! ps.: Goffinikakadus spannen rund einen halben Meter, große Kakadus leicht einen dreiviertel Meter und Aras locker einen ganzen Meter!

Man kann keine Papagei einfach anschaffen und besitzen. Denn alle Papageien unterliegen der Meldepflicht und der Verpflichtung des Herkunftsnachweises. Dafür ist der Amtstierarzt der jeweiligen BH / des Magistrates die zuständige Behörde. Die meisten Papageien sind auf dem Anhang II zu finden, aber viele Papageien sind im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet. Und zwar so viele, dass ich einfach einen Auszug aus dem WAA hier einfüge:

PSITTACIFORMES Amazons, cockatoos, lories, lorikeets, macaws, parakeets, parrots

 

PSITTACIFORMES spp. (Except the species included in Appendix I and Appendix III, and excluding Agapornis roseicollis, Melopsittacus undulatus and Nymphicus hollandicus, which are not included in the Appendices)

 

Cacatuidae Cockatoos

Cacatua goffini
Cacatua haematuropygia
Cacatua moluccensis
Cacatua sulphurea
Probosciger aterrimus

 

 

Loriidae Lories, lorikeets

Eos histrio

 

 

Vini ultramarina

 

 

Psittacidae Amazons, macaws, parakeets, parrots

Amazona arausiaca

 

 

Amazona barbadensis

 

 

Amazona brasiliensis

 

 

Amazona finschi

 

 

Amazona guildingii

 

 

Amazona imperialis

 

 

Amazona leucocephala

 

 

Amazona ochrocephala
auropalliata

 

 

Amazona ochrocephala
belizensis

 

 

Amazona ochrocephala caribaea

 

 

Amazona ochrocephala oratrix

 

 

Amazona ochrocephala parvipes

 

 

Amazona ochrocephala
tresmariae

 

 

Amazona pretrei

 

 

Amazona rhodocorytha

 

 

Amazona tucumana

 

 

Amazona versicolor

 

 

Amazona vinacea

 

 

Amazona viridigenalis

 

 

Amazona vittata

 

 

Anodorhynchus spp.

 

 

Ara ambigua

 

 

Ara glaucogularis (Often traded under the incorrect designation Ara caninde)

 

 

Ara macao

 

 

Ara militaris

 

 

Ara rubrogenys

 

 

Cyanopsitta spixii

 

 

Cyanoramphus forbesi

 

 

Cyanoramphus novaezelandiae

 

 

Cyclopsitta diophthalma coxeni

 

 

Eunymphicus cornutus

 

 

Geopsittacus occidentalis (possibly extinct)

 

 

Guarouba guarouba

 

 

Neophema chrysogaster

 

 

Ognorhynchus icterotis

 

 

Pezoporus wallicus

 

 

Pionopsitta pileata

 

 

Propyrrhura couloni

 

 

Propyrrhura maracana

 

 

Psephotus chrysopterygius

 

 

Psephotus dissimilis

 

 

Psephotus pulcherrimus (possibly extinct)

 

 

Psittacula echo

 

 

 

 

Psittacula krameri (Ghana)

Pyrrhura cruentata

 

 

Rhynchopsitta spp.

 

 

Strigops habroptilus

 

 

Eine ganz schön lange Liste, ausgenommen von der Meldpflicht sind nur Rosenköpfchen, Wellen- und Nymphensittiche. Die anderen Agaporniden, besonders Farbmutationen werden auch nicht gemeldet. Das ist natürlich nicht offiziell aber üblich.

Man kann keinen Papagei ohne ausreichendes Fachwissen und medizinische Betreuung halten. Prinzipiell stammen Papageien aus wärmeren Gegenden als bei uns, aber die Habitate, die Ernährungsbedürfnisse und die Gewohnheiten sind unglaublich vielfältig. Papageienarten mit völlig ähnlichem Aussehen können aus so unterschiedlichen Gebieten stammen, dass eine Vergesellschaftung einfach nicht möglich ist. Und die Literatur hilft auch nicht immer weiter, der Rat erfahrener Vogelhalter ist da viel zuverlässiger. Natürlich werden Papageien nicht wie Hunde geimpft, aber regelmäßige Kontrollen durch einen Veterinär sind schon notwendig. Und man braucht dazu nicht irgendeinen Viehdoktor, sondern einen spezialisierten Tierarzt welcher ausreichende Erfahrung mit tropischen Vögekln, vorzüglich und ganz speziell mit Papageien hat. Man darf nicht vergessen, wie viele verschiedene Fachärzte sich mit der Gesundheit, oder den Leiden der Menschen beschäftigen, ein Tierarzt soll das Alles und für viele verschiedene Gattungen können und verstehen - wohl ein wenig viel verlangt.

Man kann keinen Papagei in der Wohnung halten. Diese Aussage ist natürlich provokant. Aber viele Vögel mußten wieder “abgeschafft” werdfen, weil die besitzer mit den Begleitumständen nicht zurecht kamen. Die Vögel sind laut - richtig laut. Wenn große Papageien loslegen, klirren die Teller in der Anrichte im Takt dazu. Nachbarn zeigen da oft wenig Verständnis, wenn etwa Kakadus den Sonnenaufgang ( im Sommer 04:00 ) mit Geräuschen wie Schweineschlachten begrüßen. Vögel verstreuen Unmengen Futter und Futterreste in der Umgebung, teils weil das “Zeug” unerwünscht ist, teils weil der Abwind des Flügelschlages die Spelten “vom Wind verweht” . Und Vögeln fehlt das verständnis für die Dinge unter ihnen, das bedeutet alles wird mit Kot bekleckert, nicht aus Dummheit oder “Bosheit” sondern schlicht aus Unverständnis. Und nichts hält dem Papageienschnabel stand, Fichtenholz knabbern die weg so wie wir Soletti. Möbel und Tapeten, Zimmerblumen und Vorhänge werden in sekundenschnelle zerfleddert. Also man kann Papagein doch in der Wohnung halten, wenn man sich nicht daran stört, dass man in einer Baustelle lebt oder man überläßt den Vögeln ein eigenes Zimmer.

Noch ein kleines “ps.:” Wie man an der langen Liste aus dem WAA erkennen kann sind Papageien in ihrer Heimat durchwegs stark oder sehr stark gefährdet. Viel stärker, als die offiziellen Listen darstellen. Denn wie wir wissen, läuft die traurige Realität den oft halbherzigen Maßnahmen ständig davon. Manche der gelisteten Vögel sind seit Jahren in der Natur nicht mehr beobachtet worden, als Beispiel sei der Spixara genannt, er dürfte im ursprünglichen Habitat ausgestorben sein. Was helfen die besten Maßnahmen, wenn es den Vogel gar nicht mehr gibt? Und hier setzt die Verantwortung des Papageienhalters ein. Wer solch ein seltenes Tier besitzt sollte Alles daran setzen dieses Tier artgerecht zu halten, passend zu verpaaren und die so notwendige Nachzucht zu ermöglichen.

Die Zerstörung der Umwelt, die Bejagung der Wildtiere und die ständige Ausbreitung der Menschen können wir nicht wirklich verhindern, aber wir können auf den Kauf von Wildfängen verzichten und die Tiere welche wir schon besitzen ordentlich halten und nachzüchten.