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Am 23. Dezember haben wir wieder einmal Zuwachs b ekommen. Auf so ein Tierchen hat Martina schon lange gewartet, jetzt hat es sich ergeben. Bislang hatten wir nur mediterrane und afrikanische Schildkröten, eher in den Farben gedeckt. Zwar schön gezeichnet, aber tarnfärbig. Dieser prachtvolle Südamerikaner bringt einen völlig neuen, farbigen Akzent in unsere Familie. Zwar auch eine Tarnfarbe, aber für ein völlig anderes Habitat. Kräftige Farben auf dunklem Grund, je leuchtender die Farben sind, umso besser ist der Gesundheitszustand des Tieres. Und wie jeder sehen kann, ist er ein wahres Wunder an Farbe, sattes gelb und orange im Gesicht, leuchtendes rot auf den Beinchen und ein glatter Panzer zeichnen diesen Burschen aus. In der letzten Zeit hat er sich auch recht gut eingewöhnt, zeigt sich weniger scheu und frißt brav seine Schüsselchen leer. Im Unterschied zu den meisten anderen Landschildis brauchen diese Köhler hin und wieder ein wenig tierisches Eiweiß, offenkundig hängen die Vorliebe für Badewasser und der Appetit auf Fleisch irgendwie zusammen. Also gibt es immer wieder eine - Maus! So alle zwei, drei Wochen verlangt er nach einer großen, ganzen ( und schon toten ) Maus, welche er genüßlich “am Stück” verzehrt. Und gefrost eten Fisch, den mag er auch sehr gerne, und Orangen, und Bananen, und - er mampft wie wild. Und zum Jahreswechsel 2006/07 sind noch zwei kleine Nachzuchten, APOERA und ALBINA, bei uns eingezogen. Beide mir gelbem Kopf, eines mit orangen Beinchen, das andere mit gelben Punkten auf den Füßchen - hoffentlich sind das Mädels! Mit seinen zwölf oder dreizehn Lebensjahren ist CARBO geschlechtsreif, und wieder mußten wir erfahren, dass der Lebensraum sowohl der Köhler- wie auch der Waldschildkröte in Südamerika stark bedroht ist, die Population nicht als gesichert betrachtet werden kann. Die Expertengruppe der IUCN stufte die beiden Arten bereits vor einiger Zeit als “endangered” ein - Nachzucht tut not!
Und jetzt können wir da auch etwas für die Arterhaltung tun - 4 adulte und kerngesunde Köhlerdamen sind im Mai 2007 bei uns eingezogen. CARBO hält sich im dezent im Hintergrund und das Damenquartett hält sich an die Banane: MARIBA, WANIKA, BARINA und CABIMA, benannt nach Städten ihrer Heimat sind nach CARBO’s Meinung nur zu uns gekommen um für seine - naja - Unterhaltung zu sorgen - recht hat er! Wenn wir mit den Köhlerschildkröten genau solche Zuchterfolge wie mit den Sporen und den Panthern haben, kann uns das nur recht sein. So wie die Zerstörung der südamerikanischen Habitate voranschreitet wird es bald in Zoos und bei privaten Liebhabern mehr dieser schönen Schildis geben als in ihrer ursprünglichen Heimat.
Und wenn es jetzt jemanden wundert, dass unsere Köhlerschildkröten Bananen und anderes süßes Obst erhalten, ja sogar ( tote ) Mäuse als Futter bekommen, dem möge dieses Foto zeigen, dass diese Schildkrötenart doch ein wenig “anders” als die meisten anderen Landschildkröten sind. An wirklich warmen Tagen ( das bedeutet 30 und mehr Grad C ) baden und schwimmen unsere Köhler im Teich, dass es eine wahre Freude ist. Wie man hier an unserem CARBO sehen kann, schwimmt er nicht nur sehr sicher und schnell, sondern er genießt das warme Wasser und fühlt sich dabei sichtlich wohl!
Und noch drei weitere Köhlerschildkröten sind bei uns eingetroffen - sogenannte Cherryhead s - was bedeutet, dass die bunten Schuppen am Kopf weniger gelb sondern leuchtend rot sind. Das ist unser noch recht kleiner Bock namens Jerry, gemeinsam mit zwei ähnlich roten Mädels soll er in der Zukunft für den Fortbestand dieser Varität sorgen. Genetisch unterscheiden sich die gelköpfigen Köhler nämlich überhaupt nicht von den mehr rot gefärbten Tieren, somit sind das keine Unterarten sondern lediglich lokale Erscheinungsformen. Bedingt durch das große Verbreitungsgebiet konnten sich so unterschiedliche Ausprägungen entwickeln - wir werden versuchen diese lokale Spezialität zu erhalten. |