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Unsere Goffinikakadus 

Wenn wir sagen unsere Goffinikakadus, stimmt das so nicht ganz. Denn der Goffinihahn ist eigentlich nur ein Pflegekind bei uns, das aber auf Lebenszeit. Und die Henne ist ein Vogel der ARGE Papageienschutz - im Zuge der Paarzusammenführung bei uns “gelandet”.

Und jetzt sind die beiden eben “unsere”.

Ursprünglich stammen diese Kakadus von den Tanimbar Inseln, einer kleinen Inselgruppe zwischen Neuguinea und Australien, so etwa 7 oder 8 Grad südlich des Äquators. Das bedeutet tropisches und ozeanisches Klima. Das bedeutet dort Tagestemperaturen über 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 75 % bis 100% - unmöglich in einer Wohnung zu erreichen. Aber in einem ordentlichen Schildihaus sind das völlig normale Werte, deshalb fühlen sich die beiden dort auch so wohl. Im Sommer ( von Mai bis September ) gehen die beiden gemeinsam mit den Aga’s in die Sommervoliere, zwar nicht so tropisch wie im Schuildihaus aber mit echtem Sonnenlicht, welches einfach durch keine Lampe zu ersetzen ist. Und es hat sich gezeigt, dass die Unterhaltung durch die Umwelt für die hochintelligenten Kakadus sehr willkommen ist. Denn die Intelligenz und das soziale Verhalten dieser kleinen Vögel ist durchaus mit den Leistungen von Hunden oder Pferden zu vergleichen. Und wie klein die beiden sind kann man da deutlich sehen. Goffini’s zählen mit einem Körpergewicht von etwa 300 Gramm zu den kleinsten der Kakadus. Aber auf gebaut kommt es nicht an, die inneren Werte zählen. Und da sind die beiden ganz groß. Nach dem Duschen und auch bei sonst jeder sich bietenden Gelegenheit wird das Gefieder ordentlich geputzt. Die Schnäbel werden dabei so geschickt eingesetzt, dass jede einzelne feder geglättet und gerichtet wird - unermüdlich. Auf diesem und noch besser auf dem unteren Bild sind die weißen Augenringe und die rosa “Zügel” ganz deutlich zu sehen, arttypische Erkennungsmerkmale. Und noch etwas kann man sehr deutlich sehen, oder besser nicht sehen. Immer wieder wird kolportiert, dass Kakaduhähne schwarze Augen haben während die Iris bei Hennen dunkelbraun ist - also wie sieht das in Wirklichkeit aus? Das rechts hinten ist LARA die Henne und der fleißige Putzer links im Vordergrund ist HENDI der Hahn - beider Augen sind dunkel. Klarheit über das Geschlecht liefert nur eine tiermedizinische Untersuchung. Aber nicht durch die Endoskopie, sondern durch eine Analyse der Chromosomen anhand einer Federprobe. Der Vogel bleibt dabei zuhause, kein Transport, keine Narkose und kein chirurgischer Eingriff. Dafür zupft man ihm einige Federn aus dem Brustbereich aus, bringt diese an die VMUWien und bekommt für gerade einmal € 26,- einen Befund - fertig. Kein Risiko und ein Drittel des Preises einer Endoskopie machen diese Methode zu meinem absoluten Favoriten.

Und jetzt wissen wir, dass wir ein Paar dieser seltenen Vögel haben und hoffen dass die beiden jetzt nicht nur schmusen sondern auch aktiv für die Erhaltung ihrer Art sorgen werden! Was wir dazu beitragen können ist getan beziehunsweise werden wir tun und über die Ergebnisse werden wir berichten.