 |
Die March- und Donauauen sind schon seit langer Zeit eines unser b eliebtesten Ausflugsziele und Wanderreviere. Schon allein wegen der wirklich vielfältigen Tierwelt welche man dort sehen kann. Sumpfschildkröten und Äskulapnattern, Esel, Dromedare und Trampeltiere - ? Genau, seit einiger Zeit sind auf dem Areal der Meierei welche zum Schloss Hof gehört verschiedenste Haustiere zu sehen. Das ist ein Projekt des Wiener Tiergartens Schönbrunn, betrieben von Dr.Pechlaner. Meine besonderen Lieblinge neben den (auch aus Asien stammenden ) Trampeltieren sind die weißen Esel. Diese großen Esel sind eine leider schon sehr seltene, alte Rasse, welche sich noch vor einigen wenigen Jahrhunderten großer Beliebtheit erfreuten. Aber wer braucht in unserer unnatürlichen, supertechnisierten Zeit noch einen Esel, übe rhaupt irgendein Haustier? WIR !
Besonders schön ist es natürlich, wenn unterschiedliche, aber in ihrer Bestimmung und ihrem Lebensraum “zusammenpassende” Tiere zueinander finden. Da gibt es Schlosshof Zwergpferde, welche nach nur kurzem Zögern Kontakt mit unseren Hunden aufnehmen. Das Pferdchen ist kaum höher als NAZIM, aber von fröhlicher Natur und schön proportioniert, kein grotesker Zwerg - einfach ein winziges Pferd. Ohne Misstrauen wird die Nase zusammengesteckt, das Pferd völlig entspannt und NAZIM richtig glücklich. Aber das ist alles rein gar nichts gegen den Eselhengst. Da gibt es doch wirklich einen Esel, welcher sofort und eigentlich ohne jedes Zögern besonders mit NAZIM aber auch mit AISHA Freundschaft schließt. Gerade die beiden Burschen sind doch recht wehrhafte Gesellen. Von ZO ist das ja zur Genüge bekannt, aber man weiß dass Wildeselhengste ihre Stuten und Fohlen furios gegen jeden Feind verteidigen. Aber die beiden sehen eben in dem jeweils anderen keinen Feind, keine Bedrohung. NAZIM und seinesgleichen wurden ja auch seit Jahrtausenden gezüchtet um Herdentiere zu beschützen und dieser Trieb ist anscheinend so stark ausgeprägt und so deutlich zu erkennen, dass für das Herdentier Esel das auch sofort zu erkennen ist. Ganz off enkundig sind diese Esel auch durch vergangene Erfahrungen an den Kontakt mit Hunden gewöhnt, aber für uns tierliebenden Menschen war das ein ganz besonders erfreulicher und schöner Anblick. Oben sieht man wie sich NAZIM und der Hengst das erste Mal annähern. Rechts steckt NAZIM die Nase durch das Zaungitter und der Esel duldet das gerne und willig. Von diesem Moment an konnte ich die Leine ganz locker halten, alle meine Sorgen bezüglich eines Missverständnisses zwischen den beiden waren verflogen. Und da kann man sehen wie nahe die beiden einander gekommen sind. NAZIM putzt dem Esel die Ohren, genau so wie er es zu hause bei “seinen” Hündinnen tut. Ein ganz besonderer, sanfter und ungewöhnlicher Gunstbeweis. Aber das war noch nicht das Beste. Während dieses wirklich mehrere Minuten währenden Austausches von Vertraulichkeiten, um nicht zu sagen Zärtlichkeiten kam es zu einem ganz besonders berührenden Moment. NAZIMs Nase ganz fest durch die trennenden Zaunmaschen gedrückt, verharren die beiden für etliche Momente Nase an Nase. Für Fotos hatte ich da beim besten Willen wirklich keine Zeit, aber direkt danach gelang es mir dann d och noch, die beiden im direkten Kontakt abzulichten. Wie man unschwer erkennen kann, eine wirklich völlig ungezwungene Szene. Die Leine des Hundes hängt locker durch und der Esel könnte sich jederzeit vom Zaun zurückziehen, aber die beiden wollen es einfach so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas miterlebt und nicht davon berührt ist. Deshalb haben wir diese Geschichte und diese Bilder völlig ungepl ant auf die Homepage gesetzt. Wir wollen jedem empfehlen vielleicht einmal dort hin zu fahren, selber die Tiere zu erleben, das Areal zu besichtigen. Die netten Esel und auch Pferde und Schafe gibt es gratis, die Schlossbesichtigung kostet aber pro Person saftige € 8,50. Das kann man aber dafür mit einer Wanderung durch die Auen sehr schön verbinden, vielleicht zuerst die eigenen Hunde ein wenig bewegen und dann in’s Schloss fahren. Und bitte achtet mir gut auf die zutraulichen weißen Esel, ihnen soll nichts Böses geschehen. Wir wollen keine solche traurigen Episoden zu Gehör bekommen wie wir das in dem privaten Vogelpark von St.Primus am Turnersee taten. Dort hat ein von seinem gehirn- und gewissenlosen Besitzer unbeaufsichtigter Hund einen völlig zahmen und zutraulichen Ara glatt totgebissen. Natürlich tun unsere Hunde so etwas nicht, natürlich passen wir auf. Aber wenn man erleben muss, welche Trauer, welcher Schmerz durch bloße Unachtsamkeit, schiere Gedankenlosigkeit zugefügt werden kann, wird man einfach ein wenig vorsichtiger. Sind doch nicht nur unsere eigenen sondern alle Tiere wichtig und werden von irgend jemandem geliebt. |