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Das dichte Fell, die doch recht große Oberfläche und der Drang in die freie Natur lässt die Frage nach dem Pflegeaufwand unserer Hunde gar nicht so unsinnig erscheinen. So wie wir Menschen unser Äußeres einer regelmäßigen Pflegen unterziehen müssen, ist das auch für Hunde notwendig. Jedoch können Hunde nur einen Teil dieser Tätigkeiten selber ausführen, bei manchen notwendigen Pflegemaßnahmen muss nun der Besitzer helfend eingreifen. Gerade in unserer zivilisierten, durch den Menschen geformten Umgebung ist es durch die Belastung der Umwelt, welche unsere so technisierte Zivilisation mit sich bringt notwendig, die ursprünglichen, natürlichen Mechanismen durch menschliche Hilfe zu unterstützen. Aus Gründen der allgemeinen Hygiene einerseits und andererseits um die Gesundheit des Hundes zu gewährleisten sind einige Pflegemaßnahmen durchaus notwendig und sinnvoll. Durch Streusalz und Ruß, durch aggressive Chemikalien und industriellen Abfall ist die Umwelt zum Teil schon so stark belastet, dass die Pflege des Äußeren des Hundes zumindestens im städtischen Bereich schon recht aufwendig sein kann. Wer jedoch in der glücklichen Lage ist, mit seinen Hunden in einer möglichst ländlichen und somit weniger belasteten Umgebung zu leben, wird mit seinem Zentralasiaten da viel weniger Arbeit haben. Das soll aber nun nicht bedeuten, dass unsere Ovtcharki einer besonders aufwendigen Pflege bedürfen, ganz im Gegenteil. Der Zentralasiatische Ovtcharka ist ein so naturbelassener Hund, dass man davon ausgehen kann, mit nur geringem Aufwand einen immer tadellos konditionierten Hund zu besitzen. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen und regelmäßiger Zuwendung durch seinen Besitzer wird auch ein in der Großstadt gehaltener Zentralasiat blendend aussehen können.
Die allerbeste und gesündeste Umgebung für diesen Hund ist aber die freie und möglichst unberührte Natur. Seine Widerstandskraft gegen alle Unbill der Witterung ist ja geradezu sprichwörtlich, je rauher und unwirtlicher die Umweltbedingungen uns Menschen erscheinen, um so wohler wird er sich fühlen und um so besser wird er auch aussehen.
Gehen wir nun der Reihe nach die zu pflegenden Körperpartien durch und legen gleich die notwendigen Pflegetätigkeiten und deren Aufwand fest.
Fell : Das Fell der Zentralasiatischen Ovtcharki ist, wie schon im Standard gefordert, äußerst wasser- und schmutzabweisend, auch fettige Verunreinigungen setzen sich kaum im Haarkleid fest. Dadurch wird ein Baden mit Shampoo weitgehend unnötig. Wenn der Hund Gelegenheit hat, in sauberem Wasser zu schwimmen und in staubfreiem Sand und reiner Erde zu graben und sich zu wälzen wird das Fell immer sauber und gepflegt aussehen. Wichtig ist dabei nur, dass sich keine Klumpen und Verfilzungen im Fell bilden können. Ein Baden mit einem reinigenden Mitteln ist nur dann notwendig, wenn Schmutz in Form von chemischen beziehungsweise öligen Verunreinigungen in das Fell gelangt sind. Ich denke in diesem Zusammenhang an Teer, Motoröl oder Kaugummi. Kaugummireste entfernt man übrigens am besten durch ganz vorsichtiges Herausschneiden mit einer kleinen, an der Spitze gerundeteren Schere, die Reinigung mit Wundbenzin ist wegen der Geruchsbelästigung dem Hund nicht zumutbar. Da das Haar ein lebender, sich ständig erneuernder Teil des Organismus ist, unterliegt es einem auch ständigen Alterungsprozeß. Haare werden abgestoßen, neue Haare wachsen nach. Hilfe ist nun in Form von Kämmen notwendig, um abgestoßene Unterwolle und Haare aus dem dichten Haarkleid zu entfernen. Ein grober Metallkamm um die Verfilzungen zu lösen und ein feinerer Kamm um dem Fell anschließend eine feine, glatte Textur zu geben haben sich am besten bewährt. Bürsten sind für das harsche Fell unserer Zentralasiaten weniger gut geeignet. Will man einen besonders feinen Glanz erzielen, kann nach dem Kämmen noch mit einem trockenen ( Frottee-)Tuch das Haarkleid kräftig, auch gegen den Strich, abgerieben werden. Dadurch wird Staub und überflüssiges Fett entfernt und die Hunde lieben es, wenn man sie so richtig herzhaft abrubbelt. Die Häufigkeit des Kämmens richtet sich ganz nach dem Grad des Umhaarens. Manchmal bleibt das Fell wochenlang glatt, dann wieder muss mehrmals in einer Woche intensiv gekämmt werden. Die Notwendigkeit einer Fellpflege ist am leichtesten mit der bloßen Hand festzustellen. Wuschelt man feste im Fell und bleibt einem dabei loses Haar oder fettiger Schmutz in der Hand, ist es Zeit für eine Fellpflege. Man sollte dabei versuchen, das ganze Jahr über einen ordentlichen Fellzustand sicherzustellen, erstens um unseren Hund vor Juckreiz und Ungeziefer zu schützen und um andererseits einen gepflegten und gefälligen Hund zu besitzen. Beginnt man erst direkt vor einem Ausstellungstermin am Haarkleid zu arbeiten wird das Ergebnis in der Regel leider enttäuschend sein. Wird die Pflege des Felles gewissenhaft durchgeführt, darf man auch sicher sein, einen Befall durch Hautparasiten wie es Flöhe oder Zecken sind, frühzeitig zu entdecken und nur dann ist eine rechtzeitige und somit wirkungsvolle Bekämpfung dieser Schädlinge möglich. Auch Erkrankungen der Haut sind bei regelmäßiger Fellpflege rechtzeitig und leicht zu entdecken. Kahle Stellen, vor Allem wenn sie kreisrund sind, Rötungen, Schwellungen und Pusteln sind meist Anzeichen einer Hauterkrankung, welche vom Tierarzt behandelt werden sollen. Bei manchen Hunden sind Knoten unter der Haut zu ertasten. Meistens handelt es sich dabei um wirklich völlig harmlose Talgknoten oder Narben, manchmal sind es jedoch auch bösartige, kanzerogene Veränderungen. Solche Tumore diagnostiziert der Tierarzt und wird sie dann auch entsprechend behandeln, was in der Regel eine operative Entfernung bedeutet. Wie bei allen Krebserkrankungen ist die Früherkennung einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Behandlung. Somit dient eine regelmäßige Fellpflege nicht nur dem schönen Aussehen des Hundes, sondern auch der Hygiene des Besitzers, der Gesundheitsvorsorge des Tieres und der Vertiefung der Beziehung zwischen Herr und Hund.
Zähne : Neben der unbestreitbaren physiologischen Notwendigkeit eines intakten Gebisses wird auch im Standard die Zahnsubstanz sehr genau beschrieben. Daran erkennt man leicht, wie wichtig ein komplettes und gesundes Gebiss für den Hund ist. Da bei jeder Ausstellung das Gebiss präsentiert werden muss, ist es gleich eine gute Übung, wenn man in regelmäßigen Abständen die Zähne kontrolliert. Dabei ist einerseits auf Beschädigungen der Zahnsubstanz wie Absplitterungen oder gar gesprungene oder abgebrochene Zähne zu achten. Andererseits sind Ablagerungen auf den Zähnen und dadurch hervorgerufene Entzündungen des Zahnfleisches zu beachten. Denn im Laufe des Hundelebens bilden sich selbst an den gesündesten Zähnen Ablagerungen, welche das Zahnfleisch schädigen, hässlich aussehen und auch üblen Mundgeruch hervorrufen können. Diese Ablagerung von Zahnstein ist deshalb unbedingt regelmäßig zu Entfernen, entweder vorsichtig mit einer Bürste oder noch einfacher mit einer Zahnpaste auf Enzymbasis. Diese Pasta wird dem Hund in das Maul gestrichen und die Substanzen werden auf dem Umweg über den Körper des Hundes den Zahnstein zuverlässig vom Zahn ablösen. Wenn die Bildung dieses Zahnsteines auch mit solchen Pasten nicht zu bremsen ist, kann nur mehr der Tierarzt vermittels eines Gerätes den abgelagerten Zahnstein entfernen. Das funktioniert mit Ultraschall und hat sich auch bei Menschen bestens bewährt, der Hund muss für diesen Eingriff jedoch narkotisiert oder zumindest stark sediert werden. Das ist natürlich eine Belastung einerseits für das Tier und andererseits für das Portemonnaie des Besitzers. Da ist es schon besser durch regelmäßige Pflege und eventuell eine Umstellung der Fütterung sich und dem Hund diese Prozedur zu ersparen. Besonderes Augenmerk ist bei diesen Kontrollen dem Zahnfleisch zu schenken. Es sollte eine gesunde, kräftige rosa Farbe haben, bei Druck mit der Fingerspitze nicht bluten und die lichten Druckstellen sollen innerhalb von wenigen Sekunden wieder ihre normale Farbe annehmen. Das ist gleichzeitig ein einfacher Test für die gute Funktion des Kreislaufes. Übler Geruch aus dem Maul ist entweder ein Hinweis auf starken Zahnsteinbefall, wie vorhin beschrieben oder aber auch ein Indikator für mögliche Verdauungsprobleme. Aber nicht gleich nervös werden, der Hund kann auch gerade irgend etwas richtig ekelig Stinkendes gefressen haben! Zum Schutz der Zahnsubstanz sollte man unbedingt darauf achten, dass der Hund nicht mit Steinen oder metallischen Gegenständen spielt. Durch diese harten Materialien kann es zu erheblichen Schäden, zumindestens zu unnötigen Abnützungen am Gebiss kommen. Wenn der Hund einen starken Drang zum Nagen und Kauen zeigt, sollte man diesen Trieb mit geeignetem Kauspielzeug befriedigen, einerseits um dem Tier eine kleine Freude zu machen und andererseits, zum Schutz des menschlichen Besitzes, nämlich um das Zerbeißen von anderen Gegenständen zu verhüten. Ochsenziemer, getrocknete Schweinsohren oder Rinderklauen sind dazu bestens geeignet. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass diese Zusatzfuttermittel einen zum Teil recht erheblichen Nährwert haben und die sonstige, tägliche Futtermenge ist darum entsprechend zu reduzieren.
Augen : Sie werden oft der Spiegel der Seele genannt, und das zu Recht. Trübungen der Pupille sind entweder ein Anzeichen des hohen Alters (Grauer Star) oder eine krankhafte Hornhauttrübung. Dieser Katarakt ist aber kein Grund zu akuter Besorgnis, es sei denn, der Zustand verschlechtert sich sehr schnell. Der Gesichtssinn ist für Hunde bei weitem nicht so von Bedeutung wie für uns Menschen. Selbst vollständig erblindete Hunde finden sich mit nur ein wenig Hilfe zurecht, in vertrauter Umgebung ist die Blindheit für Fremde oft fast nicht augenscheinlich. Viel unangenehmer als solche Beeinträchtigungen der Sehkraft sind entzündliche Erkrankungen. Bei manchen Rassen führen Lidfehlstellungen zu einer ständigen Reizung des Auges durch die immer wieder auf der Hornhaut scheuernden Wimpern. Glücklicherweise gehört der Zentralasiatische Ovtcharka nicht zu den Hunden welche zu solchen Missbildungen neigen, trotz manchmal etwas loser Haut im Gesicht und somit auch im Lidbereich ist mir persönlich kaum ein Zentralasiatischer Ovtcharka mit Ektropium oder gar Entropie bekannt. Aber auch Fremdkörper oder Verletzungen oder Zugluft können zu Entzündungen führen. Ist die Ursache für uns Nichtmediziner nicht eindeutig feststellbar, kann wieder nur der Tierarzt wirklich helfen. Wenn der Hund vermehrt zu Entzündungen neigt, ist es sehr empfehlenswert, eine geeignete Augensalbe in der Hundeapotheke vorrätig zu haben. An regelmäßiger Augenpflege ist nur das Entfernen von hauptsächlich in den inneren Augenwinkeln eingetrockneter Tränenflüssigkeit durch vorsichtiges Abwischen durchzuführen. Das ist jedoch überwiegend nur aus ästhetischen Gründen notwendig, eine medizinische Indikation besteht dafür nicht unbedingt. Aber wir wollen nicht nur einen gesunden sondern auch einen ansehnlichen Hund. Um Bindehautentzündungen gar nicht erst entstehen zu lassen, kann man vorsorglich verhindern, dass der Hund übermäßiger, unnatürlicher Zugluft ausgesetzt ist, etwa beim Autofahren. Natürlich wird man als vorausschauender und verantwortungsbewusster Hundebesitzer ohnehin Situationen in denen Gefahr besteht, dass dem Hund Fremdkörper in die Augen gelangen, soweit wie möglich vermeiden. Aber so ungestüm unsere Hunde auch durch das Unterholz brechen und im Sand wühlen, genauso robust und widerstandsfähig sind sie auch. Das Risiko einer Verletzung ist bei weitem nicht so groß, wie es uns dünnhäutigen Menschen erscheint.
Ohren : Werden leider oft vernachlässigt. In der Regel zeigen die Ohren keine besondere Anfälligkeit für Erkrankungen, jedoch sind gerade diese Erkrankungen oft sehr schmerzhaft und nur mit langwierigen Behandlungen zu kurieren. Regelmäßige Kontrolle des äußeren Gehörganges und Reinigung mit einem Papiertaschentuch oder Stück Küchenrolle hilft den Zustand ständig zu überprüfen. Bitte nicht zu tief oder mit zu viel Kraft in den Gehörgang bohren! Sind bei dieser äußerlichen Reinigung braune oder rötliche Sekrete festzustellen, ist das ein eindeutiger Hinweis auf eine Entzündung oder Parasitenbefall, zum Beispiel durch Milben. Sowohl gegen Infektionen wie gegen lästige Parasiten gibt es wirkungsvolle Ohrentropfen beim Tierarzt und durch eine konsequente Anwendung dieser Medikamente sollte so ein Leiden in maximal ein bis zwei Wochen zu kurieren sein. Ständiges Schütteln des Kopfes, oft verbunden mit einem auffälligen Schiefhalten des Kopfes weist auf ein Ohrenproblem hin, wie etwa einen Fremdkörper im Ohr. Manche Samen sind wirklich Spezialisten darin, sich in Tier- und Menschenkörpern zu verkrallen, ja sogar im Gewebe zu wandern, ein Beispiel sei der im Volksmund bekannte “Schliafhansl”. Solche Fremdkörper bitte niemals durch den Einsatz von Pinzetten oder Wattestäbchen zu entfernen versuchen. Die Gefahr, den Fremdkörper noch tiefer in den Gehörgang zu stoßen oder das Tier zu verletzen ist ganz einfach zu groß, der Tierarzt reinigt das Ohr mit dem richtigen Werkzeug viel besser. Auch übler Geruch aus dem Ohr ist ein Indikator für eine Erkrankung. Wegen der komplizierten Struktur des Ohres ist im Zweifelsfall immer der Tierarzt zu konsultieren, er hat das Werkzeug und das Fachwissen, das Ohr zu untersuchen, eventuelle Fremdkörper zu entfernen und das richtige Medikament zu applizieren. Es kann auch manchmal geschehen, dass beim Schwimmen Wasser in den Gehörgang gelangt, und wenn dieses Wasser genügend Keime enthält oder kalt genug ist, kann auch durch dieses eingedrungene Wasser eine Entzündung des Gehörganges entstehen. Wenn man weiß, dass eine solche Möglichkeit besteht, kann man schon vor dem Baden durch das reichliche Eintropfen mit ölhaltigen Ohrentropfen seinen Hund vor dem Eindringen des Wassers in das Ohr schützen, noch bevor eine Erkrankung entstehen kann. Überhaupt ist es empfehlenswert, den äußeren Gehörgang gelegentlich mit einem speziellen, rückfettenden Ohrenreiniger zu spülen. Dabei ist aber immer die Gebrauchsanleitung akribisch zu beachten und nachher das überschüssige, ausfließende Reinigungsmittel zu entfernen. Da diese Reiniger immer ein wenig Fett oder Öl enthalten, verkleben sie das die Ohren umgebende Fell sehr rasch zu unschönen Strähnen wenn man nicht auf Sauberkeit achtet. Die Pflege der Ohren unterscheidet sich bei kupierten oder unkupierten Hunden nicht. Behauptungen, dass das Kupieren vor Erkrankungen schützt, sind nicht beweisbar. Jedoch wird die Zahl der Hunde mit kupierten Ohren im Lauf der Zeit immer geringer, so dass sich diese Frage bald nicht mehr stellen wird.
Pfoten : Die Krallen nutzen sich bei genügend Bewegung auf geeignetem Untergrund normalerweise ausreichend ab, wodurch ein Schneiden nicht notwendig ist. Trotzdem sollte man immer wieder die Länge kontrollieren, um sicherzugehen, dass der Hundepfote durch zu lange Krallen keine Fehlstellung aufgezwungen wird. Auf diese Weise kann man ganz leicht auch mögliche Beschädigungen der Hornsubstanz feststellen und dabei auch gleich auf Verletzungen der Ballen oder der empfindlichen Haut zwischen den Zehen überprüfen und diese falls notwendig gleich behandeln. Besonderes Augenmerk ist dabei dem Daumen zu schenken. Durch die Form der Vorderpfote hat diese Kralle keinen Bodenkontakt, nützt sich somit auch kaum ab und kann geradezu monströse Formen annehmen. Der beste Schutz der Pfoten ist jedoch genügend Bewegung auf geeignetem Untergrund zur Abhärtung und ein wenig Vorsicht im städtischen Bereich. Dort ist der Bodenbelag aus Asphalt und Beton ein unangenehmer Untergrund und Verunreinigungen wie etwa Glasscherben oder Metallteile stellen ein erhöhtes Verletzungsrisiko dar. Man muss leider davon ausgehen, dass die Mitmenschen so ziemlich jede Art von üblem Abfall gedankenlos wegwerfen, dadurch nicht nur ihre eigene Umwelt verschmutzen, sondern auch unsere Vierbeiner einem nicht unerheblichen Risiko aussetzen. Die winterliche Salz- oder Harnstoffstreuung belastet die Haut der Pfoten auch, aber die Gefahr wird stark überschätzt. Eine einfache Reinigung nach dem Spaziergang mit reinem Wasser reicht völlig. Wenn man die Pfoten besonders zwischen den Zehen ordentlich abwäscht und auch gut abtrocknet, wird dem Hund durch die Chemikalien und dem Schmutz auf der Straße kein Schaden entstehen können und er wird auch nicht versuchen seine Pfoten selber durch Ablecken zu reinigen. Dieses Verhalten ist zwar völlig normal, jedoch ist es unbedingt zu verhindern, dass auf diese Weise das schädliche Streumittel in den Körper aufgenommen wird. Von Cremes und ähnlichen Behandlungen rate ich eher ab, es sei denn eine medizinische Verschreibung wegen einer besonderen Empfindlichkeit, Verletzung oder Erkrankung liegt vor. Wenn der Hund bereits eine Verletzung erlitten hat, welche es zu schützen gilt oder er ganz besonders empfindlich reagiert, kann man mit maßgeschneiderten Hundeschuhen, so genannten “Booties” die Pfoten schützen. Diese “Booties” sind eine Erfindung des Schlittenhundesportes und haben sich dort sehr gut bewährt. Wer sich die Anfertigung solcher “Booties” nicht zutraut, kann im Fachhandel solche beziehen, die größten Größen sind meist gerade noch passend. Somit verliert selbst der matschigste großstädtische Winter an Schrecken. Im Allgemeinen wird sich der Zentralasiatische Ovtcharka aber in der freien, unberührten und unverfälschten Natur wohler fühlen als im städtischen Bereich. Trotzdem ist es sinnvoll, ja geradezu notwendig mit dem Zentralasiatischen Ovtcharka immer wieder ganz gezielt Ballungszentren wie Einkaufszentren, Einkaufsstraßen oder öffentliche Verkehrsmittel aufzusuchen, um die Toleranz gegenüber solchen ansonsten ungewohnten Umgebungen zu fördern. Und da darf das schlechte Wetter keine Ausrede sein, die Übung oder den Spaziergang ausfallen zu lassen.
Gesäuge : Bei Hündinnen kommt es leider immer wieder zu Mammatumoren. Unter diesen heimtückischen Krebsgeschwüren haben eigentlich alle Säugetiere zu leiden. Liegt die Hündin am Rücken, sind die Milchleisten mit einer Hand ganz leicht abzutasten. Knoten sind dabei immer ein Alarmsignal, eine letztlich gültige Diagnose kann hier aber nur ein Tierarzt stellen. Werden Tumore rechtzeitig entdeckt und operativ entfernt sind die Aussichten auf eine Heilung recht gut. Bei säugenden Hündinnen sind die Milchdrüsen durch die Milchproduktion angeschwollen, durch das größere Gewicht und Volumen hängen die Milchleisten tiefer als gewöhnlich und somit ist die Gefahr einer Verletzung viel größer als sonst. Und die Welpen mit ihren spitzen Krallen und kleinen Milchzähnen tragen ein übriges dazu bei, den Bauch der Hündin zu traktieren. Vorsichtiges Einreiben mit einer Wundsalbe hilft der durch Trächtigkeit und Milchproduktion bereits belasteten Hündin ein wenig, die Unannehmlichkeiten des Säugens zu ertragen. Man soll aber bitte keine antibiotische Salbe verwenden, es sei denn, der Tierarzt verordnet diese um bereits bestehende Entzündungen zu behandeln. Die Welpen können diese Salbe beim Saufen mit der Milch aufnehmen, und die keimtötenden Wirkstoffe könnte die Verdauung der Welpen recht empfindlich stören.
Verdauung : Durchfall oder Verstopfung, aber auch übler Mundgeruch sind eindeutige Anzeichen einer Verdauungsstörung. Auch trüber oder gar verfärbter Harn, etwa durch Blut, sind Symptome welche auf eine organischen Störung oder Stoffwechselerkrankung hinweisen. Bei Durchfall stellt man die Fütterung ganz einfach auf trockenes, hartes Gebäck und Tee um. Meistens wird der Hund bei einer Verdauungsstörung ganz von sich aus die Nahrungsaufnahme einstellen. Das ist kein Grund zur Sorge, man muss nur darauf achten, dass der Hund genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Oft ist damit schon am nächsten oder übernächsten Tag dieses Problem kuriert. Dauert der Durchfall aber trotzdem länger an der Tierarzt aufzusuchen. Durchfall sollte nicht länger als drei Tage unbehandelt bleiben. Durch langanhaltenden Durchfall besteht durch Entsalzung und in weiterer Folge Austrocknung des Körpers die Gefahr einer ernsten gesundheitlichen Schädigung. Massive Stuhlverstopfung kann durch Knochenteile hervorgerufen werden welche im Darm stecken bleiben und ist dann unter Umständen lebensbedrohlich. Durch Verletzungen der Darmwand können dabei schlimmste Infektionen hervorgerufen werden. Und selbst wenn der Abgang des Kotes nicht durch etwas Schlimmes behindert ist, durch die zu lange Verweilzeit im Körper kommt es zu Vergiftungserscheinungen, der Koprose. Bei vollständigem Verschluss des Darmes kann nur mehr eine schnellstens durchgeführte Operation das Leben des Hundes retten. Deshalb ist es wichtig, durch ordentliche Ernährung und genügend Bewegung die mechanischen Verdauungsvorgänge zu unterstützen und so weder die eine noch die andere Störung zuzulassen. Wenn das Futter genügend Ballaststoffe enthält, wenn man darauf achtet, dass der Hund seine “Geschäfte” mit einer gewissen Regelmäßigkeit erledigt, wird bei einem Hund von gesunder Konstitution die Verdauung keiner weiteren Aufmerksamkeit bedürfen. Bei älteren Rüden kommt es recht häufig zu einer Entzündung der ableitenden Harnwege. Das macht sich durch einen gelblichen, schleimigen Ausfluss bemerkbar, welcher an der Behaarung des Penis gut erkennbar ist. Da diese Entzündung in der Regel auf den Bereich innerhalb der Vorhaut beschränkt ist, hilft eine mehrmalige Spülung mit einem milden Desinfektionsmittel. Wenn nach drei bis vier Tagen dieses Problem nicht behoben ist, sitzt der Entzündungsherd tiefer und der Tierarzt muss konsultiert werden. Bei manchen riesenwüchsigen Rassen kommt es zu der so genannten Magendrehung, bei der sich das den Magen tragenden Bindegewebe überdehnt. Bei diesem Missgeschick besteht akute Lebensgefahr. Nur ein sofortiger operativer Eingriff kann jetzt noch das Leben des Hundes retten. In diesem Fall bedeutet sofort aber auch wirklich sofort, es bleiben etwa drei Stunden Zeit von den ersten Symptomen bis zu den tödlichen Folgen. Und die Zeit läuft einem im Ernstfall davon.
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