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Pantherschildkröte - Stigmochelys pardalis 

 

Klasse:

Reptilia (Reptilien)

Unterklasse:

Anapsida

Ordnung:

Testudinata

Unterordnung:

Cryptodira (Halsberger)

Familie:

Testudinidae (Landschildkröten)

Gattung:

Stigmochelys ( früher Geochelone )

Art:

Stigmochelys pardalis

Unterarten

pardalis pardalis ( Nominatform ), pardalis babcocki

 

Die Pantherschildkröte (Stigmochelys pardalis) ist nach der Sporenschildkröte (Geochelone sulcata) die zweitgrößte Landschildkrötenart auf dem afrikanischen Festland. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich südlich der Sahara an der Ostküste des afrikanischen Kontinents, vom Süden des Sudans und dem Hochland Äthiopiens bis in die Kapprovinz in Südafrika. Ihre deutsche Bezeichnung erhielt die Pantherschildkröte aufgrund ihrer Fleckenzeichnung auf dem Rückenpanzer, die an einen Panther erinnert. Die Zeichnung und Grundfarbe dieser Schildkröte kann sehr variantenreich sein, erklärbar durch die riesige Größe des Verbreitungsgebietes. In ihren ursprünglichen Habitaten ist die Sporenschildkröte teilweise schon recht gefährdet, unter anderem durch die Wirren der in Ostafrike praktisch latenten Kriege. Die Vermehrung dieser Schildkrötenart in menschlicher Obhut gelingt mittlerweile recht häufig. Wegen ihrer Größe, des daraus resultierenden Nahrungsbedarfes und ihres hohen Temperaturbedürfnis will die Anschaffung und Haltung dieser schönen und sympathischen Schildkröte aber genau überlegt sein.

 

Artenschutzstatus

Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Haltebewilligung / Meldepflicht

In Österreich ( und der restlichen EU ) ist die Haltung von Pantherschildkröten nach dem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz meldepflichtig ( dem Amtstierarzt der zuständigen BH / Magistrat ). Man benötigt dafür einen formlosen Herkunftsnachweis vom Züchter ( Vorbesitzer ) bzw. eine Rechnung von der Tierhandlung. Eine Artenschutzrechtliche Genehmigung ( CITES ) ist für die Haltung nicht notwendig.

Verbreitung

 Die Pantherschildkröte ist ein typischer Savannenbewohner. Da diese Art nicht so ausdauernd gräbt wie etwa die Sporenschildkröte sind schattenspendende Buschbestände lebensnotwenig für ihr Biotop. Das riesige Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Halbwüsten Südafrikas und Namibias mit jährlichen Niederschlägen von nur 100 mm bis in relativ regenreiche Gebiete mit Niederschlägen bis 1400 mm pro Jahr.

 

Haltung

 Zur artgerechten Haltung von Pantherschildkröten ist eine großzügige Freilandanlage mit einem beheizten Gewächshaus oder mindestens einem sehr geräumigen, beheizten Frühbeetkasten erforderlich. Im Winter brauchen Pantherschildkröten ein großes Innengehege ( sinnvolle Faustregel : für die erste Schildkröte 8 Quadratmeter, für jede weitere 2 Quadratmeter -> somit für ein Doppelpaar schon ganze 12 Quadratmeter ! ) mit entsprechender Beleuchtung ( eine ausreichende UV-Bestrahlung ist unbedingt notwendig ) und Feuchtigkeit. So kann im Innengehege die heiße, eher trockene und im Sommer im Freilandgehege die eher feuchtere und kühlere Jahreszeit simuliert werden. Die Lufttemperaturen sollen 28 - 30 °C erreichen und lokal unter einem Wärmestrahler bis 45 °C betragen.

 Nachts ist eine Abkühlung auf 18 - 20 °C notwendig, um den natürlichen Temperaturunterschieden gerecht zu werden. Die hohen lokalen Tagestemperaturen müssen das ganze Jahr über erreicht werden können. Als Bodengrund im Innengehege eignet sich ein Erde-Sandgemisch.

 Das Aussengehege muss stark besonnte Stellen sowie Schatten- und Versteckplätze aufweisen. Die natürliche, möglichst vielfältige Grasvegetation wird von den Tieren selbständig abgeweidet. Bei einem genügend großen Aussengehege wächst das Gras nach, und den Tieren muss kein ( oder nur wenig ) zusätzliches Futter verabreicht werden.

 

Fütterung

 Die Pantherschildkröte lebt in mehrheitlich trockenem Grasland (Savanne). Zum Teil hat der Lebensraum Halbwüstencharakter. Manche dieser Gebiete zeigen den Charakter einen Salzsteppe. Die Vegetation und damit auch das Futterangebot bestehen vorwiegend aus rohfaserreichen Gräsern, trockenen Blättern und Sukkulenten. Während der Sommermonate ernähren sich die Pantherschildkröten bei uns hauptsächlich vom Gras und den Wiesenkräutern im Freilandgehege. Die Tiere weiden vor allem das kurze, frisch nachwachsende Gras "rasenmäherartig" ab. Auch Fallobst wird gerne angenommen, hier ist nur darauf zu achten, dass sich die Tiere daran nicht überfressen -> Durchfall.

 Kalzium in Form von Sepia oder Muschelgrit stehen den Schildkröten bei uns immer frei zur Verfügung und ergänzen das Futterangebot. Im Freilandgehege können sie einen Teich als Tränke und Bad benützen, im Winterquartier befindet sich eine große Trinkschale. Die flachen Gefäße werden von manchen Tieren als Tränke lieber angenommen, denn in freier Wildbahn wird das Wasser oft aus kleinsten Lachen geschlürft.

 Im Winter genügen ein tägliches Angebot an wirklich einwandfreiem Heu ( möglichst aus biologischem Anbau ) und das Zufüttern von Grünfutter in Form von gut gewaschenem Endivien-, Eisberg- oder Chicoreesalat, Gemüsegurken, Karotten und Äpfel vervollständigen das Futterangebot. Solange der Frost die Vegetation nicht zerstört, sind Brennnessel und Disteln ein bei allen Schildkröten sehr beliebtes Grünfutter.

 

Haben Sie gewusst,

  • dass die größte bekannte Pantherschildkröte 75 cm lang und 56 kg schwer war?
  • dass die längste bekannte Inkubationszeit bei einem Gelege der Pantherschildkröte festgestellt wurde? Sie betrug 540 Tage.
  • dass in afrikanischen Hochlandsavannen ( Äthiopien ) die Pantherschildkröte bis auf einer Höhe von 2900 Meter über dem Meeresspiegel gefunden wurde?

Vermehrung

Paarungen finden das ganze Jahr über statt. Eine intensive Paarungsaktivität kann aber vor allem im Hochsommer bei hohen Temperaturen beobachtet werden. Nach dem Umsetzen vom Außen- ins Innengehege sind die Tiere paarungsaktiver. Das Werbeverhalten kann im Vergleich zum Beispiel mit Griechischen Landschildkröten als sanft bezeichnet werden. Eiablagen von 8 bis 20 Eiern erfolgen meistens in 3 bis 4 Gelegen von Ende August bis Januar.

 


Krankheiten

  • Ausschließlich rohfaserreiche und eiweißarme Fütterung und genügend Kalzium ( in Verbindung mit UV-Licht ) verhindert eine ernährungsbedingte Erkrankung.
  • Pantherschildkröten können Träger von Herpesviren sein. Sollen fremde Tiere einem Bestand zugefügt werden, sind sie unbedingt serologisch (Antikörper) zu untersuchen.

 

Aufzucht

 Die Brutdauer bei der Pantherschildkröte kann je nach Inkubationstemperatur und Feuchtigkeit zwischen 110 und 450 Tage dauern. Es ist sogar ein Rekordwert von 540 Tagen bekannt. Bei einer mehr oder weniger konstanten Bruttemperatur von 30 - 32 °C schlüpfen die Jungtiere nach 120 bis 150 Tagen. Oft weisen die Tiere noch einen relativ großen Restdotter auf, der aber spätestens nach drei Tagen vollständig eingezogen wird, solange ist äußerste Hygiene geboten um Infektionen zu vermeiden.

 Die Haltung und die Ernährung der Jungtiere erfolgen prinzipiell unter den gleichen Bedingungen wie bei den Erwachsenen. Der Bodengrund sollte bei den Jungtieren feiner strukturiert sein als bei den ausgewachsenen Tieren und die Temperatur soll niemals unter 16 °C fallen. Die Luftfeuchtigkeit darf 70% nicht unterschreiten um ein schönes Panzerwachstum sicher zu stellen. Futter und Kalzium müssen immer ausreichend angeboten werden, denn die kleinen Panther wachsen ungemein schnell und nur bei entsprechender Ernährung und UV-Bestrahlung können sie das auch gesund und schön.

 

Wichtiges in Kürze

Vorkommen 

Sudan, Äthiopien, Dschibuti, Somalia, Kenia, Sambia, Malawi, Mosambik, Botswana, Südafrika, Namibia, Angola

Größe: 

Gewicht: über 50 kg. meistens 15 bis 25 kg
Länge: bis 78 cm, meistens 45 bis 50 cm.

 

Besondere Merkmale:

Haut: gelb bis braun, kegelförmiger Sporn an Hinterschenkeln
Panzer: stark gewölbt, Wirbelschilder ( leider ) oft kegelförmig erhöht
Schwanz: ohne Hornnagel

Haltungstemperaturen:

Grundtemperatur tagsüber 30° C
Sonnenbadeplatz bis max. 45° C
nachts 18° - 20° C

 

Ernährung:

Pflanzlich, viel Heu
Wasser täglich ( auch zum Baden ) anbieten, besonders Jungtiere sind auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen

Unterarten:  Stigmochelys pardalis pardalis &  Stigmochelys pardalis babcocki

     

    Bebrütung:

    Temperatur: 28° - 32° C.
    Feuchtigkeit: 60 - 80 %
    Dauer: 110 - 250 Tage (Rekord 540 Tage)