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Die Frage nach den Kosten der Hundehaltung beschäftigt natürlich jeden zukünftigen Hundebesitzer. Und wir sind in der letzten Zeit so oft nach den laufenden Kosten der Hundehaltung gefragt worden, dass wir einmal unsere Erfahrungswerte veröffentlichen wollen. Zur Beruhigung aller jener, welche mit gewaltigem finanziellen Aufwand rechnen, kann ich schon vorab festhalten, dass die Erwartungen, beziehungsweise die Befürchtungen hier in der Regel viel zu hoch angesetzt sind. Hunde sind in der Haltung tatsächlich viel billiger als weithin angenommen wird. Ich werde versuchen die Preise nicht nur in einer realistischen Annäherung anzugeben, sondern auch anschauliche Vergleiche bezogen auf die Kaufkraft anzustellen. Zwei Hunde kosten nicht doppelt so viel! Einige Aufwände sind für beide ( oder mehr ) Tiere gemeinsam nutzbar, aber hier einen Schlüssel zu erstellen ist wohl übertrieben.
Anschaffung : Das ist eine einmalige Ausgabe, wobei der Preis, welchen der Züchter verlangt, je nach Rasse und eventuellen Ausstellungserfolgen der Elterntiere sehr starken Schwankungen unterworfen sein kann. Die verschiedenen Rassen der Herdenschutzhunde unterliegen glücklicherweise bis zum heutigen Tage noch kaum irgendwelchen modischen Trends, somit sind die Preise weniger vom Markt als vom eigentlichen Wert des Hundes diktiert. Da unsere Zentralasiaten in der Regel aus dem Ausland importiert werden müssen und in Mitteleuropa auch lange noch nicht so weit verbreitet sind wie die meisten anderen Rassen, ist eine präzise Preisangabe nur schwer möglich. Man kann als Richtwert annehmen, dass der Preis eines einwandfreien Welpen mit allen Impfungen und ordentlichen Papieren etwa den Gegenwert eines durchschnittlichen bis gehobenen Monatsverdienstes im jeweiligen Herkunftsland beträgt. Bedenkt man die doch noch immer deutlich schwächere Kaufkraft in unseren östlichen und nördlichen Nachbarländern, wo ja letztendlich die meisten unserer Welpen herstammen, kann man von einem Preis zwischen € 400,- und € 1 300,- ausgehen. Ganz konkret, in unserem eigenen Zwinger verlangen wir € 1 100,- für einen gesunden, geimpften und gechipten Welpen, welcher eine FCI-Ahnentafel hat und für das laufende Jahr Mitglied im AHHC ist. Damit sind die laufenden Kosten des Wurfes gerade abgedeckt und wir sind es zufrieden.
Hundezubehör : Davon ist eine Grundausstattung ebenfalls eine einmalige Ausgabe. Die notwendige Futter- und eine Wasserschüssel, am besten aus Edelstahl halten ein ganzes Hundeleben und länger. Halsband und Leine, Beißkorb und Liegematte sind nicht so langlebig und sind notwendigerweise alle paar Jahre neu zu beschaffen. Die anderen Pflegeartikel, etwa einen speziellen Hundekamm, eine Zeckenzange oder diverses Hundeshampoo muss man nicht gleich zu Anfang beschaffen und ersteht diese doch relativ billigen Artikel erst bei Bedarf. Alle diese Dinge sind aber nicht allzu teuer, für eine komplette Ausstattung aus dem Fachhandel in wirklich ansprechender Qualität würde ich einen Betrag von € 70,- bis € 150,- veranschlagen, ein Abendessen mit Familie kostet auch soviel.
Impfungen : Die ersten werden schon im Welpenalter bereits zum größten Teil vom Züchter durchgeführt, nur noch einige Teilimpfungen sind dann noch notwendig. Danach wird in einem Jahreszyklus der Impfschutz aufgefrischt. Die Kosten einer jährlichen Impfung gegen alle geläufigen Krankheiten belaufen sich in Österreich je nach Tierarzt auf € 30,- bis € 60,- also etwa in der Höhe eines besseren Essens für zwei Personen. Ein Insidertip zum Geldsparen ist es, die Beziehungen des Züchters zu nutzen, er kennt ganz sicher einen Tierarzt, welcher für unsere Hunde Sonderpreise macht. Und ist die Ordination dieses Tierarztes noch dazu in der Tschechei, der Slowakei oder in Ungarn, wird die ganze Prozedur noch einmal deutlich preisgünstiger, es nur darauf zu achten, dass Impfstoffe benutzt werden welche auch in Österreich zugelassen sind.
Gemeindeabgabe : Einfacherweise Hundesteuer genannt, wird von Ort zu Ort unterschiedlich sein. In ländlichen Gebieten werden die Hunde als Notwendigkeit betrachtet und werden deshalb weniger mit Abgaben belastet als in der Großstadt, wo Hunde als Luxus gelten. Man kann davon ausgehen, dass jährlich €14,- bis €75,- zu begleichen sind, was etwa den Kosten einer Tankfüllung gleichzusetzen ist.
Futter : Die täglichen Kosten schwanken je nach Art der Fütterung sehr. Wenn man einen Zentralasiatischen Ovtcharka mit teurem Dosenfutter aus trendigen klitzekleinen Aluminiumschälchen oder Trockenfutter aus Winzigsäckchen ernährt, können schon erhebliche Kosten entstehen, bei der Fütterung mit Frischfleisch und Cerealien sind die Kosten natürlich viel geringer. Es gibt Leute, welche ihren Hund aus falsch verstandener Tierliebe mit Lungenbraten füttern, wodurch die Ernährung des Hundes geradezu astronomische Kosten verursachen kann. Aber so etwas Unsinniges werden wir sicherlich nicht tun. Als realistische Vergleichsgröße würde ich somit den Preis einer billigen Schachtel Zigaretten bis zwei Schachteln teurer Zigaretten annehmen. Da kommen wir dann angemessener Weise auf einen Betrag von € 2,- wobei jedoch, wie vorhin erwähnt, nach oben jedoch kaum Grenzen gesetzt sind.
Ausstellungen : Nur sehr schwer abschätzbar sind die Kosten, welche durch deren Besuch anfallen. Die Meldegebühren betragen von € 20,- bis € 80,- und dazu kommen noch die diversen Nebenkosten wie Anreise, Eintritt für Begleitpersonen, eventuelle Näc htigungen und Ausgaben für Verpflegung. Als Aussteller kann man somit durchschnittlich den Gegenwert einer Tankfüllung, vielleicht auch zwei pro Ausstellung veranschlagen, als bloßer Besucher kommt man aber mit der Hälfte dieses Betrages aus. Bedenkt man, dass im Laufe eines Jahres in Europa unzählige Ausstellungen abgehalten werden, kann man leicht voraussagen, dass diese Kosten in das Unermessliche wachsen könnten. Da es aber nicht erstrebenswert sein kann, jedes Wochenende von einer Ausstellung zu der nächsten zu hetzen, wird man sich sinnvoller Weise auf fünf bis zehn Ausstellungen pro Jahr beschränken, welche auch von der geographischen Lage her leicht erreichbar sind. Eine weiter Möglichkeit, die Anzahl der Ausstellungen zu beschränken ist es auch, zu überlegen, was ich durch das Ausstellen meines Hundes erreichen will. Strebe ich bestimmte, besondere Titel an, etwa ein Nationales Championat, werde ich ganz gezielt solche Ausstellungen besuchen, welche mir zum Erwerb des gewünschten Titels dienlich sind. Dabei bietet gerade das nördliche und östliche Ausland stark durch unsere Rasse besuchte Konkurrenzen, welche im Nahbereich liegen und auch nur moderate Unkosten verursachen. ( Nur das Gewinnen ist dann nicht mehr so einfach, wenn man anstatt der gewohnten drei oder vier Hunden in der Konkurrenz auf einmal einem Feld von dreißig oder vierzig Hunden gegenüber steht! ) Somit lassen sich die Aufwendungen für Ausstellungen durch die Multiplikation der durchschnittlichen Gesamtkosten pro Veranstaltung in der Höhe von sagen wir € 100,- multipliziert mit der Anzahl der Teilnahmen ermitteln.
Arztrechnungen : Und eine weitere Unbekannte sind Kosten, welche durch eine eventuelle Krankheit oder Verletzung des Hundes entstehen. Dazu sind natürlich keine Prognosen möglich, sinnvolle Angaben könnte hier nur ein Hellseher machen. Manche Hunde brauchen ihr Leben lang keine ärztliche Hilfe, andere wieder sind Dauerpatienten. Im Allgemeinen kann ich jedoch mit gutem Gewissen behaupten, dass der Zentralasiatische Ovtcharka überhaupt nicht zu Krankheiten neigt und für gewöhnlich auch nicht unter Verletzungen leidet. Den Preis eines Tierarztbesuches, dabei meine ich jedoch keine Operationen oder eine besondere Therapie, würde ich mit € 7,- bis € 70,- kalkulieren, je nach notwendiger Behandlung und Preislage des Tierarztes. Die Kosten für komplizierte Operationen können jedoch durchaus jedes Familienbudget sprengen, eine Hündin auf der Tierärztlichen Hochschule Wien zu kastrieren ist mit gut € 500,- zu veranschlagen.
Verein: Dafür muss man € 40,- bis 50,- einplanen. Soferne man züchtet, kann man diesen geringen Betrag jedoch völlig vernachlässigen. Da man als Vereinsmitglied einen begünstigten Tarifsatz für die administrative Betreuung in Anspruch nehmen kann, amortisiert sich die Vereinsmitgliedschaft ganz schnell.
Hundezucht : Wenn man züchtet, kann man diese Kosten ganz grob nach einem relativ einfachen Schlüssel aufgliedern, indem man die Ausgaben für die Zucht in den Gegenwert von verkauften Welpen umrechnet. Der erste Welpe ist notwendig um den Deckakt des Zuchtrüden abzugelten. Der zweite Welpe bezahlt die aufwendigere Fütterung der Hündin während der Trächtigkeit und Säugephase sowie die Unterbringung und Ernährung des Wurfes. Der dritte Welpe bezahlt den Tierarzt für die notwendigen Impfungen und die Entwurmungen. Der vierte Welpe ist für die diversen Gebühren und Kosten der Ausstellung der Ahnentafeln, der Eintragung in das ÖHZB und in die Welpenbeschreibungsblätter zuständig. Ab dem fünften Welpen könnte ein Züchter somit in die Verdienstzone kommen, berechnet er aber streng nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten seine Kosten, welche einem mit der Haltung der Hündin (Tierarzt, Steuer, Ausstellung etc.) erwachsen sind, dann kann von Verdienst gar keine Rede mehr sein. Wenn man seine Hündin im Alter von drei Jahren das erste mal decken lässt, kann man letztendlich mit maximal drei, vielleicht vier Würfen von dieser Hündin rechnen welche insgesamt zwanzig bis fünfundzwanzig Welpen hervorbringen. Den Gewinn der Hundezucht zu errechnen ist somit eine leichte Übung, es gibt nämlich ganz genau gar keinen.
Versicherungsschutz : Ein weiterer sinnvoller, ich möchte fast sagen notwendiger Aufwand entsteht durch den Abschluss einer Haftpflichtversicherung für den oder die Hunde. Meist kann das Risiko im Rahmen einer Haushaltsversicherung untergebracht werden, oft ist in dieser Versicherung sogar ein Hund schon automatisch enthalten. Die jährlichen Zahlungen auf das Konto der Versicherung möchte ich mit € 35,- bis € 140,- annehmen, je nach Versicherung und Deckungshöhe, wir können wieder ein ordentliches Abendessen für zwei Personen als Gegenwert veranschlagen.
Den Mehraufwand welcher durch Autokauf, Adaptionen an Wohnung oder Haus sowie den Zwingerbau entsteht lässt sich meiner Meinung nach nicht kalkulieren. Für Autos wird soviel Geld ausgegeben wie für sonst kaum etwas anderes, und da ein Kombi kaum teurer ist als eine Limousine scheint mir diese Überlegung nicht zielführend zu sein. Ob ein Zwinger notwendig ist oder nicht und wie er ausgeführt ist, muss der jeweilige Besitzer auch völlig individuell beurteilen. Die Kosten können dabei so gewaltig differieren, abhängig davon ob günstiger Eigenbau oder toller, vollverzinkter Luxuszwinger, das Kostenschätzungen nicht seriös möglich sind. Auch welchen zusätzlichen Abnützungen oder Beschädigungen die Wohnungseinrichtung oder die Kleidung erleidet, getraue ich mich nicht in Zahlen auszudrücken. Jemand der in alten Jeans und Sweatshirts lebt wird sicher weniger Aufwendungen haben als eine Familie welche Smoking und Cocktailkleid als Standardkleidung tragen.
Somit kann man sich so grob ausrechnen, wieviel Geld ein Hund im Laufe seines Lebens, eines Jahres oder eines Tages so kosten kann. Nach meinen Berechnungen und Erfahrungswerten kann man davon ausgehen, dass während eines langen, beispielsweise zwölf Jahre dauernden Hundelebens Kosten zwischen € 6 000,- und € 15 000,- anfallen können. Das klingt viel, rechnet man diese Zahlen auf Jahre um, klingt das ganze schon viel besser, nämlich € 500,- bis € 1 250,-. Letztendlich bedeutet das, dass man täglich mit einem Aufwand von € 1,40 bis maximal € 3,40 rechnen muss
Täglich eine Packung Zigaretten oder eine Illustrierte kosten mehr Geld als ein Hund, von Dingen wie Motorrädern oder Autos will ich gar nicht sprechen. Ich weiß, dass diese Vergleiche nicht wirklich zulässig sind, aber ich denke so kann man diese trockenen Zahlen auf eine einfache Weise relativieren.
Und wie hoch ist der Gegenwert dessen zu berechnen, was ich und auch jeder andere Hundebesitzer tagtäglich und jederzeit von seinem Hund, seinen Hunden zurück bekommen? Was kostet Liebe und Zuneigung, Treue und Verständnis? Wer kann den Geldeswert von Freude und Zufriedenheit bestimmen? Das Gefühl eine “wichtige” Ausstellung gewonnen zu haben, die gemeinsamen Erfolge mit seinem Hund? Das Gefühl einen neugeborenen Welpen in seinen eigenen Händen zu halten, ermöglicht durch das Vertrauen seiner Hündin? Des herrliche Erlebnis, gesunde und starke Hunde gemeinsam durch schöne Natur laufen und ausgelassen spielen zu sehen?
Hier versagt letztendlich, wo echte Gefühle und starke Empfindungen den wahren Wert bestimmen jede finanztechnische Kalkulation, Geld ist in diesem Fall als Maßstab nicht mehr ausreichend. Und dem, der so etwas noch nicht selber erlebt hat, kann ich das auch nicht begreiflich machen, denn so wie Geld diese Werte nicht bezahlen können, genügen Worte nicht um diese Erlebnisse zu vermitteln.
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