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Im Spätsommer 2003 verbrachten wir ( Das sind Markus und Susanne mit BOBBY, Marcel mit AJKA und wir zwei mit DOLLY, SARAH, AUDREY und AISHA ) eine ganze Woche im Norden der Tschechischen Republik. Die Anreise über Brünn und Prag erfolgte praktisch ausschließlich auf Autobahnen, welche wohl mautpflichtig sind aber durchaus in Ordnung. Quartier bezogen wir in in der uns bereits wohl bekannten Pension “zum Ritter” in Janov. Der Wirt, Herr Petr Kotek, ist sehr hundefreundlich, die Unterbringung ist nett und preiswert. Und die Lage ist geradezu ideal, ruhig und doch recht zentral. Knappe zehn Minuten Fußweg in den Wald und ein versperrter Parkplatz vor dem Haus, üppiges Frühstück und Abendbrot bis spät in die Nacht. Die Terrasse vor dem Restaurant hat dann tatsächlich den Verzehr gewaltiger Nahrungsmittelmengen ( einige Biere waren es auch ) mite rlebt, da wir das Mittagessen meistens ausließen und uns mit einem reichlichen Frühstück und Abendbrot sowie einem kleinen Imbiss tagsüber bescheideten. Der erste Tag nach unserer Ankunft war der wilden Schlucht der Kamenitze gewidmet. Dieses Flüsschen ist der letzte Zufluss der Elbe auf tschechischem Gebiet und sein Verlauf ist tief in den Sandstein eingeschnitten. Wildromantische Formationen prägen den ganzen Weg. Wir starteten von Hrensko, welches direkt an der Elbe liegt unsere Wanderung. Dort gibt es auch genügend freien Parkplatz, wenn man zeitig genug am Morgen kommt und die paar Kronen Gebühr für den Parkwächter nicht scheut. Von dort gingen wir die Kamenitze entgegen ihrer Flußrichtung auf gut ausgebauten Wegen entlang. Anfangs ist das Tal noch nicht so ausgeprägt wild, aber mit jeder M inute wird das Szenario dramatischer und schon nach kurzer Zeit ist der Name “Wilde Schlucht” wohl verdient. Gewaltige Steinblöcken und eine üppige Vegetation lassen manchmal einen geradezu tropischen Eindruck entstehen. Immer hat man ein wenig das Gefühl, das ist kein Spaziergang sondern eine Expedition. Teilweise ist die Schlucht tatsächlich so tief eingeschnitten, dass für einen Weg oder Steg gar kein Platz mehr bleibt. Dann wird entweder der Fels durchtunnelt oder man setzt die Reise mi t einem Boot fort. Die Tunnels sind grossteils direkt von der Natur selber gestaltet, nur manchmal ist mit technischen Mitteln nachgeholfen. Die Stollen sind zwar nicht beleuchtet, aber der Boden ist eben und die Strecken nur kurz, so dass man ohne Angst passieren kann. Die zwei Passagen, wo es weder Weg noch Steg gibt, werden mittels eines Fährdienstes erschlossen. Die Gebühren dafür sind erschwinglich und unsere Hunde dürfen ohne Schwierigkeiten oder schiefe Blicke an Bord. Die Boote sind ziemlich große Zillen, welche so an die zwanzig Personen fassen. Angetrieben werden sie von der Muskelkraft ei nes Fährmanne, welcher diese wie ein Gondoliere am Heck des Bootes frei stehend und gekonnt durch das Gewässer stakt. Das ist noch dazu ein großer Spaß, denn dieser Fährmann erzählt als Draufgabe launige Geschichtlein während der gesamten Dauer der Fahrt, und das aus Rücksichtnahme auf seine Passagiere sogar auch in deutscher Sprache. Die Tschechen sprechen in der Regel viel besser Deutsch als wir glauben, es kommt nur darauf an, welchen Eindruck man hinterlässt. Mit ein bisschen gutem Willen wird man auf alle Fälle besser fahren als mit Arroganz, und unser Bemühen um die tschechische Sprache und Verständigung wurde immer mit größtem Entgegenkom men und herzlicher Freundlichkeit belohnt. Tags darauf nahmen wir die Erkundung der eigentlichen Attraktion dieser Gegend in Angriff. Das Präbischtor ist Europas größter Sandsteinbogen, aber allein schon die Wanderung von dem kleinen Weiler Mezni Louka dorthin ist eigentlich schon den ganzen Ausflug wert, entlang hochaufragender Sandsteinwände führt der Weg immer entlang des Abbruches. Jede Kurve bietet neue Perspektiven, pittoreske Gebilde aus porösem, verwittertem Gestein regen bei jedem Schritt die Phantasie an und die Überhänge bieten bequeme Rastmöglichkeiten. Man sitzt auf weichem Sand, im Schatten freier Wahl, isst und trinkt und die Hunde können graben wie die Erdferkel. Dann kann man den ersten Blick direkt auf das Präbischtor erlangen, direkt daran gebaut das Falkennest, ein Schlößchen reizender Bauweise, jetzt als Restaurant uns Wanderern willkommen. Für geringes Entgelt kann man die Stiegen und Steige rund um das Präbischtor benutzen, der Zutritt auf das Präbischtor selber bleibt aber verwehrt, zu groß sind die Schäden schon, welche übermütige Touristen diesem Naturdenkmal schon zugefügt haben. Zu schade wäre es, wenn die M enschen in nur wenigen Jahren durch ihre Sucht nach Souvenieren zerstören würden, was die Natur in vielen Jahrtausenden erschaffen hat, aber der Anblick von der benachbarten, den Besuchern erschlossenen Klippe ist wirklich beeindruckend genug. Obwohl die Wegstrecke von Mezni Louka zum Präbischtor gar nicht so lang ist, etwa sechs Kilometer, und nur wenige Steigungen aufweist, benötigten wir für diese Tour einen ganzen Tag. Zu viel gibt es zu sehen, ständig schweift der Blick - und stolpern die Füße weil man den Weg nicht beachtet. So ist es zu erklären , dass wir am Ende dieses Tages rechtschaffen müde nach Janov zurück kehrten, d en Kopf voller Bilder und die Schuhe voller gestoßener Zehen. Aber das kann uns nicht aufhalten, ein weniger anstrengendes Ziel wird gewählt, und schon am Morgen geht es weiter. Bei etwas trübem Wetter nehmen wir den Deciner Schneeberg in Angriff. Das ist wirklich kein Berg, zu mindestens nicht für uns alpenverwöhnte Österreicher. Vielmehr ist das ein Hochmoor von ganz eigenartiger Prägung, gekrönt von einem massiven Aussichtsturm. Der Blick über das Hügelland ist einzigartig, die Pflanzenwelt eri nnert mit ihren niedrigen Bäumen und gezausten Sträuchern an die Tundra. Oberhalb von Decin liegt am Gipfel der Schäferwand ein kleines, weißes Schlößchen, welches eine Restauration beherbergt. Neben einem guten Kaffe bieten sie dort einen tollen Ausblick über das Elbetal und ganz Decin sowie völlig kostenlos eine Turmfalkenflugschau. Wir genossen diese Entspannung weidlich, obwohl die Füße noch immer ein wenig müde waren, Martina hatte sogar Blasen! Die Falken ließen sie aber die Schmerzen vergessen. Diese leben dort völlig frei, haben sich aber an die Gegenwart der Menschen so gewöhnt, dass sie Futter von der Hand nehmen - wenn man sich traut still zu halten. Da Markus die Kamera ( und das virtuos ) bedienen musste, blieb nur meine eigene Hand übrig. Aber diese Vögel sind nicht nur äußerst geschickt und vorsichtig, sie sind geradezu winzig! So zarte Krallen, so ein kleiner Schnabel, das ganze Tierchen wiegt weniger als eine Wurstsemmel, man möge mir den Vergleich verzeihen. Die angebotene Nahrung wurde ganz vorsichtig a ngenommen und ohne Scheu gleich verzehrt - liebe kleine Tierchen. So erholt und mit ordentlichem Frühstück im Bauch konnten wir am nächsten Tag den letzten Teil unserer Reise in Angriff nehmen. Eine weitere ungewöhnliche geologische Formation ist das Ziel. Panska Skala, mitten im Herz der böhmischen Glasindustrie ist eine ganz sonderbare Formation aus Säulenbasalt. Mitten im Hügelland ragt dieser stumpfe Kegel aus Basalt auf. Hier braucht man sich weniger Sorgen um den Bestand machen, diese Basalt ist hart. Entstanden ist diese Formation dadurch, dass der umgebende Tuff verwittert ist und der harte Kern überdauert hat. Das war wirklich einmal ein Vulkan, nur schwer zu glauben. Aber wirklich sehenswert. Obwohl das Wetter für Wanderungen oder Fahrten direkt zu heiß war, gelang es uns auch diesmal, das Beste daraus z u machen. Im Schatten der Felsformationen schlachteten wir mit einem großen Messer eine riesige Melone, welche dann auch mit Hilfe unserer treuen Hunde bald verzehrt war. Man glaubt gar nicht, wie sehr Hunde schmackhafte Wassermelone lieben, vor allem dann, wenn wir Menschen versuchen gerade diese zu essen. Und eine knapp zehn Kilo schwere Melone ist ruck-zuck weg! Sogar die Schalen werden gefressen - das macht aber eigentlich nur SARAH, aber die anderen haben das dann gleich nachgemacht. Noch kurzer Besuch der Stadt Novy Bor war unbedingt notwendig. Dort g ibt es nach einhelliger Meinung der Ortskundigen die absolut günstigsten und besten Geschäft für Glaswaren. Und Martina hatte vom letzten Besuch da noch einiges im Auge, Gott sei Dank war das gewünschte Stück noch da. Von dort ging es eher gemächlich, teilweise wieder über Autobahnen nach Hause zurück, bloß der übliche Wochenendeverkehr war recht lästig. In der Tschechei sind die Sonntagsfahrer, besonders die mit neueren Autos, noch viel schlimmer als bei uns in Österreich. Trotz dieser, aber doch eher nebensächlichen Widrigkeiten gelangten wir wohlbehalten, aber leider viel zu früh wieder nach Österreich.
Für Alle welche selber diese reizvolle Landschaft erleben wollen und dort Quartier suchen noch einige Bemerkungen zu der von uns inzwischen schon oftmals bewohnten Pension “U Rytire”. Wir wählten dieses Haus weil man dort mit Hunden immer willkommen ist. Die Unterbringung ist angemessen, Fernseher, Dusche und WC im Zimmer sind Standard und man bezahlt für die Nächtigung mit Frühstück umgerechnet rund € 14,- pro Kopf. Die Hunde werden dabei nicht zusätzlich berechnet, auch die kleine AnnKatrin Nentwich ( zwei Jahre alt ) wurde den Nentwich’s nicht berechnet, hatte aber auch zum Frühstück ihre Hroliki und ihren Kakao und Saft. Und das Restaurant ist ebenfalls sehr zu empfehlen, egal wie spät ( oder früh ) es sein mag, es gibt immer etwas ordentliches zu essen. Ein “Ritterschnitzel”, eine Portion welche ich gerade schaffe aber Normalsterbliche sicher überfordert, kostet knapp hundert CK -> € 3,30. Wer dort auch wohnen will, wendet sich an Restaurant-Pension “U Rytire”, CZ 407 14 Janov, Telefon +420 412 554 201 und spricht mit Hr. Petr KOTEK. Der kann nämlich sehr gut deutsch.
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