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IHA Wieselburg 2004 

Am 3. und 4. April fand in Wieselburg die IHA statt. Da unsere Hunde immer am Sonntag bewertet werden, war der 4. somit unser Tag der Wahrheit. Wir hatten AISHA ( wohl zum letzten Mal ) und NAZIM ( zum ersten Mal ) in der Jugendklasse gemeldet und beide zusammen im Paarbewerb.

Am Samstag wurde der Nachmittag für die Hunde mit einem eher kurzen Spaziergang in den Marchauen  recht ruhig und mit ziemlich wenig Futter in den Schüsseln auch ein wenig mager beendet. Wir Menschen machten uns noch an die Vorbereitungen für den Sonntag. Der ganze Papierkram, die Meldebestätigungen und die Impfpässe, die Ahnentafeln und die Bewertungsblätter musste noch einmal kontrolliert werden. Futter für die Menschen sowie Getränke für alle musste auch eingepackt werden. Und die gelbroten Klappsessel. Und die zweite Hundedecke. Und der Fotoapparat - kein Film im Haus - Katastrophe - Patrizia wird fotografieren - Rettung!

Sonntag um 6:00 brechen wir endlich auf! Das Wetter ist nur mäßig, eher sogar saumäßig. Es regnet mehr oder weniger stark, es ist windig und recht kalt. SARAH bleibt bei Stephan in Wien, also ist noch ein kleiner Umweg über Floridsdorf zu machen. Von dort geht es dann quer durch die Stadt auf die Westautobahn, noch ist auf den Straßen wenig Verkehr und wir kommen gut voran. Auf der Autobahn ist es ein netter Zeitvertreib die Autos welche ebenfalls nach Westen fahren auf ihren Hundeinhalt abzuschätzen - fahren die auch auf die Ausstellung? Um 8:00 treffen wir auf dem Messeparkplatz ein, um diese Zeit ist dort genug Platz und ein Euro Parkgebühr geht ja noch in Ordnung. Das Messegelände selber ist sehr nett, mitten durch fließt die “ Kleine Erlauf ”, da können die Hunde ein wenig pritscheln und trinken. Aber gleich beginnt der Stress, Frau Sedlackova aus Ratibor hat Probleme mit den Zahlungsmodalitäten und ich versuche zu dolmetschen, nur traut mir die Gute mehr Tschechisch zu, als ich tatsächlich zu bieten habe, und so muss Alles dreimal wiederholt werden. Nach einer halben Stunde ist endlich die Situation klar und geklärt, ihr HASIM RiVeGu kann antreten! Christian mit seinen vier Bordeauxdoggen taucht auch auf, endlich, wo war’st so lang, was wir’st gewinnen? NAZIM macht seine Runden auf dem Gelände, wir kommen erst kurz nach Mittag in den Ring, diese Zeit muss irgendwie verbracht werden. Da bietet sich HASIM als Pausenfüller an, sein Vater ist OMAR Fanatic und seine Mutter eine Verwandtschaft von AUDREY, das macht ihn für uns besonders interessant. Und beeindruckend ist er schon, fast ganz schwarz mit weißen Abzeichen, groß mit sehr starken Knochen und breitem Kopf. Wirklich ein mächtiges Stück Hund. Während des Vormittags wurde das aber wieder relativiert, NAZIM freundete sich in seiner bekannt entspannten Art auch mit HASIM sofort an, beide ganz freundlich und völlig ohne aggressives Verhalten. Und dann stehen die beiden so nebeneinander, und unser kleiner

NAZIM ist  größer als der riesige HASIM !

Das passiert uns noch einige Male, am Ehrenring treffen wir eine sehr nette Dame mit zwei ganz lieben Hunden, einem Französischen Bulldoggenmädchen und einem Englischen Mastiff, und der fast ausgewachsene Mastiff ist wohl schwerer, aber deutlich kleiner als unser Purzel. Den zweiten lustigen Zeitvertreib lieferte ein Freund aus Ungarn. Lajos züchtet und besitzt eine ganze Menge schöner ZO. AISHA gefällt im ganz besonders, nur Ohren und Schwanz stören ihn. Das liefert den Stoff für eine launige Diskussion, zwischen ihm und Martina, während welcher abwechselnd die Ohren und der Schwanz verdeckt werden. So lustig wir Menschen das finden, für AISHA ist der Spaß noch größer

Die Bewertung der Hunde erfolgt diesmal durch Frau Monika Blaha, eine österreichische Richterin, welche ich sehr schätze. An diesem Tag ist ihr Blick aber nicht so sicher wie von mir erwartet, meiner Meinung nach schätzt sie unsere zwei Kleinen nicht ganz richtig ein. NAZIM wird von ihr sehr wohlwollend bewertet, während AISHA wirklich unter ihrem wahren Wert geschlagen wird. So erhält NAZIM wohl sein V1, Jugendsieger sicher zu recht, das SG für AISHA ist meiner persönlichen Meinung nach nicht gerechtfertigt - AISHA ist trotz ihres momentan schäbigen Haarkleides eine sichere V-Kanditatin. Als NAZIM mit den beiden anderen Rüden um den “Besten Rüden” im Ring konkurrieret sah unser kleiner Purzel sehr gut aus. Was ihm natürlich noch fehlt ist die Masse und Wucht eines reifen Hundes, da ist HASIM einfach nicht zu schlagen . Letztendlich ist dem schwarzen Rüden aus der Tschechei der Titel BOB nicht zu nehmen, meine morgendliche Intervention zeigt Erfolg. In diesem Fall zwar ein so genanntes Eigentor, aber man darf sich auch für Andere freuen, das nennt man Sportsgeist - naja. Da die Bewerbe im Ehrenring erst nach 15:00 beginnen, können wir uns erst einmal ein gemütliches Mittagessen gönnen. Im Freien am Flussufer, denn das Wetter hat sich weitgehend stabilisiert - trocken und nur mehr ein wenig windig. Nach unseren Einzelleistungen gilt es jetzt im Ehrenring eine gute Figur zu machen. Im Paarbewerb schaffen wir es auf alle Fälle, respektabel auszusehen. Dieser Bewerb dient uns dazu, unsere Hunde eine großem Publikum vorzuführen, mit doch einer Hoffnung uns unter den Pokalanwärtern zu platzieren. Tatsächlich präsentieren sich unsere beiden Kleinen sehr ordentlich, zwar mit ein bisschen Gezappel weil ihnen schon recht fad ist, aber eigentlich patzen wir nicht und bieten eine ordentliche Vorführung. Leider erweist es sich wieder, dass modische, also beim Publikum bekannte Hunderassen bei solchen Veranstaltungen einfach besser abschneiden. Das ist für uns schon ein wenig enttäuschend, nach dem AISHA keinen wirklichen Erfolg verzeichnen konnte, war das schon die zweite vergebene Chance. Wir hatten uns von diesem Paarbewerb zumindestens einen Achtungserfolg erwartet, aber so ist das bei Ausstellungen eben. Direkt im Anschluss daran geht NAZIM allein mit mir in den Ehrenring wo es um den besten Jugendrüden geht. So ein Vergleich ist meiner Meinung nach nicht wirklich relevant, auch hier werden Hunde aller möglichen Rassen miteinander verglichen, wie soll denn so etwas funktionieren? Diesen Bewerb bestreiten wir nur aus Spaß an der Freud’. Das Ganze ist aber auch sehr lustig, die Hunde werden der Größe nach sortiert, wir sind auf einmal die ersten in der Reihe und dann kommt lange nichts, weil der Besitzer des Bernhardiners hinter uns Angst vor unserem Purzibuam hat! Und meinen ehrlich gemeinten Versicherungen, mein Hund würde dem seinen schon nichts tun schenkt er einfach keinen Glauben, der Abstand bleibt. Leider nicht all zu lange, denn auch hier kann sich ein schlichter ZO nicht gegen die hübschen Modehündchen durchsetzen. Macht nichts, denn ein weiteres Mal haben viele Leute die Gelegenheit unsere Hunde kennen zu lernen. So gegen 16:30 ist für uns die Ausstellung zu ende. Wir holen uns unseren ehrlich verdienten Pokal ab, leider nur einen. Schade, aber es ist ja nur ein Spiel. Bei fast schönem Wetter ist die Heimfahrt kein Problem, nur Martina ist ein wenig betrübt, hat sie sich doch einen weiteren Sieg ihrer AISHA und das Jugendchampionat erwartet. In Wien nehmen wir SARAH wieder an Bord, große Begrüßung und jetzt geht es endgültig nach hause. Um 19:00 haben unsere Hundekinder die gefüllten Futterschüsseln schon vor sich stehen, und unser Abendbrot kommt auch langsam in Sicht. Die abschließende und für uns eigentlich doch recht zufriedenstellende Bilanz dieses Tages sieht letztendlich so aus:

1 x V1, 1 x SG, 1 x Jugendsieger, 1 x Pokal

 auf der Habenseite, die Sollseite schlägt mit

 286 Kilometern, 42 Mann- ( pardon auch Damen- ) stunden und € 86,- Nenngeld

zu Buche. Hundeaussteller spinnen! Nur Hundezüchter spinnen noch mehr! Was aber auf der Habenseite nicht zu sehen ist, ist die Freude an den Hunden, die netten Leute welche man trifft und letztendlich die Befriedigung seinen eigenen Hund siegen zu sehen, wer dafür einen Preis nennen kann, möge sich bitte bei uns melden! So bestätigt es sich wieder einmal, wenn man sich getrieben von genügend Begeisterung mit seinen Hunden befasst, ist einfach jeder gemeinsam verbrachte Tag ein wahrer Erfolg!