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Gelbkopfschildkröte – Indotestudo elongata 

 

Klasse:

Reptilia (Reptilien)

Unterklasse:

Anapsida (Schläfenfensterlose)

Ordnung:

Testudinata ( Schildkröten )

Unterordnung:

Cryptodira (Halsberger)

Familie:

Testudinidae (Landschildkröten)

Gattung:

Indotestudo

Art:

Indotestudo elöngata

Unterarten

Derzeit keine Unterarten bekannt

Die Gelbkopfschildkröte ist die häufigste der drei Indotestudo – Unterarten. Es ist eine kleinere Schildkröte, die Literatur spricht immer wieder von über 30 Zentimeter Panzerlänge, das scheint jedoch ein wenig zu hoch gegriffen zu sein, 30 Zentimeter werden wohl eher die Obergrenze sein. Die Farbe des Rückenpanzers ist sehr variabel, die Grundfarbe ist ein gelb-grünliches Hellbraun mit einer schwarzen Felderung. Diese dunkle Farbe kann in nur wenigen Flecken vorhanden sein oder auch die Panzerfarbe dominieren. Ein Zusammenhang dieser Farbschläge mit der geographischen Verbreitung ist nicht nachgewiesen, darf aber vermutet werden – die dunkleren Tiere werden dann aus kühleren Bereichen des Verbreitungsgebietes stammen

Ihre deutsche Bezeichnung erhielt die Gelbkopfschildkröte aufgrund der vor allem bei Jungtieren ausgeprägten Gelbfärbung des ganzen Kopfes und des Halses.

 Die Vermehrung der Gelbkopfschildkröte gelingt in menschlicher Obhut mittlerweile recht häufig. Wegen ihrer geringen Größe und ihren bescheidenen Haltungsbedürfnissen ( Freigehege und Winterquartier ) sowie ihres sehr aktiven Wesens ist sie ein interessanter Pflegling, wird aber trotzdem nicht sehr häufig von Privatpersonen gepflegt.

 

Artenschutzstatus

Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Haltebewilligung

In Österreich ( und der restlichen EU ) ist die Haltung von Gelbkopfschildkröte meldepflichtig ( dem Amtstierarzt der zuständigen BH / Magistrat ). Man benötigt dafür einen Herkunftsnachweis vom Züchter bzw. eine Rechnung von der Tierhandlung. Eine Artenschutzrechtliche Genehmigung ( CITES ) ist für die Haltung nicht notwendig.

Die Gelbkopfschildkröte lebt in einem sehr großen Verbreitungsgebiet. Die erhebliche Ausdehnung in Richtung Nord - Süd und das Vorkommen auch in gemäßigten Höhenlagen  zeigt die Anpassungsfähigkeit dieser Art mit stark schwankenden Temperaturen zu recht zu kommen.

 

Haltung

 Ein geräumiges, gut isoliertes Gewächshaus mit einem angrenzenden großzügigen Freilandgehege sind die beste Voraussetzung für eine artgerechte Haltung. Damit können im Winter im Innengehege die heißen trockenen Monate, im Sommer durch zeitweise Freilandhaltung die kühleren und regenreicheren Monate simuliert werden. Die Tagestemperaturen sollen mindestens 250° C erreichen, lokal unter der  Wärmelampe bis 40°C. Nachts ist eine Abkühlung bis auf etwa 20° C notwendig, um die beträchtlichen tageszeitlichen Temperaturunterschiede in den Höhenlagen zu erreichen. Sogar Temperaturminima von weniger als 15°C werden in der Regel ohne jedes Problem verkraftet, oft sind die erwachsenen Tiere in der Übergangszeit bei noch geringeren Temperaturen im Freien sehr aktiv. Als Bodengrund eignet sich im Innengehege ein Erde-Sandgemisch.

 Das Aussengehege muss stark besonnte Stellen sowie Schatten- und Versteckplätze aufweisen. Der natürliche Futterquellen werden sehr aktiv abgeerntet, Früchte, Kräuter, Würmer und Schnecken werden aufgenommen. Die Einfriedung muss ordentlich ausgeführt sein, die Geschicklichkeit und Beharrlichkeit dieser Tiere ist erstaunlich. Aber dafür graben die Tiere dieser Art nur sehr wenig – ausgenommen zur Eiablage.

Fütterung

 Die Gelbkopfschildkröte bewohnt in ihrem natürlichen Lebensraum Wälder und Buschland, auch die Randgebiete von Feuchtbiotopen. Und so vielfältig wie das Verbreitungsgebiet beschaffen ist, stellt sich auch der Speisplan zusammen. Abwechslung ist schon die erste Maßnahme um Ernährungsmängeln vorzubeugen. Besonders die bei Gärtnern wenig beliebten Pflanzen wie Brennessel, Distel und Löwenzahn sind ein gut geeignetes Futter. Dazu kommen auch im Winter immer wieder kleine Gaben von tierischem Eiweiß, Regenwürmer werden mit besonderer Vorliebe verspeist, aber auch feines Hackfleisch wird gerne angenommen. Und Gehäuseschnecken scheinen eine besondere Leckerei zu sein, die sind aber während der Wintermonate nur sehr schwer zu bekommen. Regenwürmer aus dem Anglergeschäft und Muschelgrit so wie Sepiaschalen ergänzen dann das Futterangebot.

 

Haben Sie gewusst,

  • dass Gelbkopfschildkröten die asiatischen Landschildkröten mit dem absolut größten Verbreitungsgebiet sind ? 
  • dass die beiden anderen Arten, Celebes- und Travancore-Landschildkröte im ausgewachsenen Zustand optisch kaum von der Gelbkopf zu unterscheiden sind, die Jungtiere aber erhebliche Unterschiede zeigen ?
  • Während der Paarungszeit färbt sich das Männchen rund um die Nase kräftig rosa

 

Vermehrung

 Die Paarung kann ganzjährig beobachtet werden. Am intensivsten ist das Sexualverhalten bei uns in den Herbstmonaten und im Winterquartier. Die Eiablage erfolgt in zwei bis maximal vier Gelegen mit je 2 bis 4 länglichen Eiern, welche erstaunlicherweise so groß wie ein sehr kleines Hühnerei sind!. Dies bedeutet im Extremfall eine Gesamteizahl von bis zu 16 Stück pro Jahr und Weibchen – im Vergleich zu der geringen Körpergröße dieser Tiere eine wirkliche Höchstleistung.

 

 

Krankheiten

  • Ausschließlich eine abwechslungsreiche Fütterung in Verbindung mit genügender
  • Kalziumzufuhr ( in Verbindung mit ausreichender UV-Bestrahlung ) verhindert eine ernährungsbedingte Erkrankung des Bewegungsapparates - Rachitis.
  • Aggressives Verhalten dominanter ( männlicher ) Tiere innerhalb der Gruppe kann ohne zeitweiliges Trennen der einzelnen Tiere zu Verletzungen und oft irreparablen Panzerschäden führen.
  • Die Hornschneiden des Schnabels neigen bei zu weichem Futterangebot zu übermäßigem Wachstum.

Aufzucht

 Bei einer konstanten Bruttemperatur von 28,0°C  bis 30,0° C ( höhere Temperatur-> mehr Weibchen, niedrigere Temperatur -> mehr Böcke ) schlüpfen die Jungtiere nach etwa 100 bis 153 Tagen. Oft sind die Schlüpflinge sofort sehr aktiv, der Restdotter ist meist nur sehr klein und spätestens nach zwei Tagen vollständig eingezogen. Solange ist äußerste Hygiene geboten um Infektionen zu vermeiden.

 

Die Haltung und die Ernährung erfolgen unter gleichen Bedingungen wie bei den erwachsenen Tieren. Aufgrund der Größenunterschiede werden sie aber während der ersten Jahre von den Elterntieren getrennt gehalten. Temperaturen unter 16°C und Zugluft sind in den ersten Lebensmonaten unbedingt zu vermeiden. Gelbkopfbabys trinken täglich und müssen regelmäßig warm besprüht werden sollen die Panzer schön glatt bleiben!  Futter und Kalzium müssen immer ausreichend angeboten werden, die kleinen elongatas wachsen ungemein schnell und sind dabei immer sehr aktiv. Nur bei entsprechender Ernährung und UV-Bestrahlung können sie dabei auch gesund und schön heranwachsen .


 

Wichtiges in Kürze

Vorkommen: Norden Indiens sowie im Süden Nepals außerdem Bangladesch, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Vietnam und Laos bis in die chinesischen Provinzen Guangxi und Yunnan)

 

Besondere Merkmale:

Größe: Gewicht: 3 bis 4 kg Länge: um 30 Zentimeter

Haut: gelb-beige, Kopf besonders bei Jungtieren auffallend gelb gefärbt, erwachsene Tiere, besonders Böcke, zeigen während der Paarungszeit eine deutliche Rosafärbung um die Nase

Panzer: abgeflachte Silhouette, unterschiedliche schwarze Abzeichen

Haltungstemperaturen:

Grundtemperatur tagsüber 25° C
Sonnenbadeplatz bis max. 40° C
nachts 12° - 20° C

Feuchtigkeit:

Bei Jungtieren ist auf eine erhöhte Luftfeuchtigkeit ( mindestens 75 % ) zu achten.

Ernährung:

Pflanzlich, aber auch tierisches Eiweiß
Wasser täglich anbieten, auch zum Baden, sonst besonders Jungtiere täglich warm besprühen