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Erste Hilfe für ZO ? 

Immer wieder wurde auch die Frage an uns gestellt, was für Verletzungen solchen Hunden widerfahren können und wie wir dafür gerüstet sind. Nun, wir haben eine ordentlich gefüllte Apotheke und neben den üblichen Erste-Hilfe-Kursen über lange Jahre regen Kontakt mit unseren Tierärzten. Im Ernstfall können wir also Hilfeleistungen und kleinere Eingriffe wie etwa die Versorgung einer oberflächlichen Wunde selber und sofort vornehmen. Aber der beste Unfall ist jener der einfach nicht geschieht, ein Missgeschick zu vermeiden ist immer besser als die beste Versorgung. Natürlich wird jeder Besitzer versuchen Situationen, wo Unglücke oder Verletzungen geschehen können zu vermeiden, aber trotz aller Vorsicht, passieren kann immer wieder etwas. Für manche Maßnahmen müsste man Tierarzt  sein oder besitzt ganz einfach nicht die notwendigen Hilfsmittel. Somit gehe ich grundlegend davon aus, dass jeder Hundebesitzer einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat, zum Beispiel beim Erwerb seines Führerscheines und die Materialien einer Haus- oder Autoapotheke zu seiner Verfügung hat. Als bewährte Notfallhilfe ist ein Zettel sehr hilfreich, auf welchem deutlich leserlich alle wichtigen, weiterführenden Telefonnummern notiert sind ( Tierarzt, VetMed, Vergiftungszentrale etc., etc......) da man unter Stress völlig blockiert ist wirklich alles vergessen kann. Mit diesem Grundstock an Wissen und Ausrüstung kann man die meisten unfallbedingten Verletzungen und Probleme schon ganz gut behandeln, zumindest Erstversorgen. Aber Achtung, keine noch so große Erfahrung ersetzt das Studium der Veterinärmedizin, keine Apotheke ist eine Arztpraxis, bei jedem auch nur geringsten Zweifel ist ein Tierarzt unbedingt der kompetente Ansprechpartner! Bevor man herumpfuscht sollte man lieber Abstand von unsachgemäßen Handhabungen nehmen.

Ich werde versuchen die jeweiligen Schäden an Leib und Leben einfach in alphabetischer Reihenfolge anzuführen, und hoffe, dass ein Nachschlagen in diesem Kapitel niemals einen konkreten Anlass haben wird.

Autounfall : Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann genügen. Der Hund läuft über die Fahrbahn, erst quietschen die Reifen und dann - ein dumpfer Aufprall. Jetzt gilt es den Hund sicherzustellen, oft laufen Hunde nach einem Unfall in der ersten Panik, im Schock blindlings davon. Der Hund muss auf alle Fälle eingefangen werden, das ist etwas was nur der Besitzer, beziehungsweise die Bezugsperson kann. Eine fremde Person ist in dieser Situation völlig überfordert. Der rechtlich notwendige Austausch der Personalia mit dem Kraftfahrzeughalter kann und maß in diesem Fall warten, bis der Hund sicher angeleint ist. Es ist wichtig, zuerst den Schock bei seinem Hund durch Zuspruch und Zärtlichkeiten abzubauen, was gar nicht so leicht ist, weil man ja selber geschockt ist. Nur mit äußerster Ruhe und größter Selbstbeherrschung kann das gelingen. Erkennbare Verletzungen wie etwa Brüche sind dann entsprechend zu versorgen, der Hund ist so ruhig wie möglich zu halten. Das ist deshalb unbedingt notwendig, da der Hund ja auch noch innere Verletzungen erlitten habe könnte. Ein oder einige Röntgenbilder und eine gründliche Untersuchung bei dem Tierarzt des Vertrauens können hier Klarheit schaffen. Wichtig ist dabei, dass der Transport so schonend wie möglich erfolgt, um eine mögliche Verschlechterung der möglichen Verletzungen zu vermeiden. Wenn der Hund nicht aus eigener Kraft gehen kann, empfiehlt es sich, in auf einer gefalteten Decke zu zweit wie auf einer Tragbahre zu tragen, oder alleine zu schleifen. Den Hund ohne Hilfsmittel zu tragen ist erstens Schwerstarbeit und zweitens für ein verletztes Tier unter Umständen schmerzhaft.

Bewusstlosigkeit : Wenn der Hund die Besinnung verliert kann das mehrere Ursachen haben. Unabhängig von den auslösenden Komponenten ist ein bewusstloser Hund in eine Seitenlage zu bringen. Im Gegensatz zu Menschen liegen Hunde sehr stabil in der Seitenlage, so dass keine Maßnahmen zur Fixierung notwendig sind. Wichtig ist es jedoch, die Zunge weit aus dem Fang herauszuziehen, um ein mögliches Ersticken an der eigenen Zunge zu verhindern. Achtung, die Hundezunge ist erstaunlich lang und kräftig, also genügend feste anziehen! Und ganz wichtig ist es, den bewusstlosen Hund von äußeren Einflüssen abzuschirmen. In diesem Zustand funktioniert die Wärmeregulierung nur ungenügend, deshalb im Winter vor Kälte schützen und noch wichtiger, im Sommer vor Überhitzung. Also den Hund in den Schatten bringen, notfalls schleifen und bei großer Hitze mit Wasser oder jeder anderen vorhandenen und geeigneten Flüssigkeit ausgiebig besprenkeln. Bei Atemstillstand sind die Regeln der Mund-zu-Mund-Beatmung wie wir sie von den Menschen her kennen anzuwenden, jedoch wird beim Hund das Maul verschlossen und die Luft durch die Nase eingeblasen. Bei Herzstillstand will ich niemandem große Hoffnungen machen, eine Herzmassage ist auf Grund der Form des Hundebrustkorbes fast nicht möglich, aber trotzdem würde ich versuchen, durch festes, rhythmisches Pressen knapp unterhalb des Schulterblattes das Herz wieder zum Schlagen zu bewegen.

Bißverletzung : Diese Bißverletzungen werden unserem Hund in der Regel von anderen Hunden beigebracht werden, andere Verursacher kann ich mir nur schwer vorstellen. Bisse von Hunden sind in Wirklichkeit zwei unterschiedliche Verletzungen, immer eine Quetschung durch die enorme Kraft der Kiefer und in weiterer Folge eine offen Verwundung durch das Eindringen der Zähne in das Gewebe. Zuerst gilt es, den gebissenen Hund zu beruhigen und notfalls zu trösten, die Schockbekämpfung ist auch bei Tieren erstes Gebot. Die Schwellung welche durch die Quetschung hervorgerufen wurde ist meist sehr schmerzhaft, eine offene Bisswunde schmerzt paradoxer Weise weniger ( das weiß ich aus eigener Erfahrung ). Durch Kühlung kann die Schwellung und der Schmerz gelindert werden, bei besonders argen Schwellungen soll unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden, unter Umständen können innere Lagen des Gewebes so stark beschädigt worden sein, dass ein Eingriff notwendig ist. Offene Bisswunden bluten in der Regel nicht sehr stark, durch die mechanische Belastung und die darauf folgende Schwellung werden die Blutgefäße zusammengedrückt. Selbst bei nur kleinen Bißverletzungen sollte für einen Wundauflage gesorgt werden, um einerseits das Eindringen von Schmutz zu verhindern und andererseits eine weitere Verunreinigung des Autos zu vermeiden, denn jetzt maß man wirklich zum Arzt. Auch die offenen Bisswunden führen oft zu erschreckend tiefen Gewebezerstörungen bei der sich richtige Taschen unterhalb der Wunde bilden, eine Wundversorgung mittels Nähen oder Kleben durch den Tierarzt ist unbedingt angeraten. Schlechter sieht das ganze schon aus, wenn es sich um keinen sauberen Biss, sondern um eine Zerreißung handelt, weil der eine Hund den anderen geschüttelt hat. Solche Wunden werden dann, wie zu erwarten ist, stärker bluten. Jetzt maß man mittels eines Druckverbandes versuchen, die Blutung möglichst zu stoppen, es könnte ein größeres Blutgefäß verletzt worden sein. In diesem Fall maß der Hund so schnell wie möglich zum Arzt, nur er kann die beschädigte Ader wiederherstellen, die Gefahr des Verblutens besteht akut. Ein Hund von der Größe unserer ZO hat etwa drei bis fünf Liter Blut im Körper, der Verlust eines Liters davon führt bereits zur Bewusstlosigkeit, ein weiterer Liter gefährdet sein Leben.

Hitzschlag : Wenn Hunde in ihrer Begeisterung des Spieles oder des Laufens ihre Grenzen überschreiten oder wenn gewissenlose Hundebesitzer ihre Tiere zu lange in sonnenbeschienen Autos zurücklassen, kann es geschehen, dass der Hundekörper mit der Abfuhr der Körperwärme überfordert wird. Die Abfuhr überschüssiger Wärme erfolgt bei Hunden weitgehend über die Maulschleimhaut und die Zunge, aber kaum über die Körperoberfläche. Die Körpertemperatur steigt dann so weit an, dass es zu den Symptomen des bekannten Hitzschlages kommt. Nun gilt es rasch zu handeln, und die Körpertemperatur so schnell wie möglich auf ein normales Maß ( 39 oC ) zu senken. Das bedeutet 1. den Hund aus der Sonne in den Schatten bringen, 2. die Körperoberfläche des Tieres vorsichtig mit Wasser oder einer anderen geeigneten und vorhandenen Flüssigkeit zu kühlen. Achtung, dabei besteht die Gefahr eines Schocks, wenn die Flüssigkeit zu kalt ist. 3. maß dem Hund Gelegenheit gegeben werden den Flüssigkeitsverlust durch die Aufnahme von Wasser zu ergänzen, Tees oder Salzlösungen wie sie Menschen verabreicht werden halte ich nicht für sinnvoll. Und 4. ist dem Hund Ruhe zu gönnen, damit sich seine durch den Hitzestau durcheinander gebrachten Körperfunktionen wieder normalisieren können. Wenn in geraumer Zeit, also etwa dreißig Minuten bis eine Stunde keine sichtbare Besserung eingetreten ist, soll das Tier unbedingt einem Arzt vorgeführt werden, welcher mit spezifischen Maßnahmen, wie etwa Infusionen seinen Zustand stabilisieren wird.

Knochenbruch : Hier sind vor allem die Röhrenknochen betroffen, und es gilt, dass jeder Knochenbruch unbedingt sofort ärztlich zu versorgen ist. Jeder Versuch hier selber Hand anzulegen und den Bruch zu richten ist verwerflich. Der dadurch angerichtete Schaden und die dadurch völlig unnötigen hervorgerufenen Schmerzen sind enorm. Der gebrochene Knochen ist zu entlasten und stillzulegen. Eine notdürftige Schienung mit was auch immer ist somit gleichzeitig mit der Schockbekämpfung oberstes Gebot. Bei dem Anfertigen dieser Schiene ist Improvisationstalent gefragt, jeder halbwegs gerade und genügend steife Gegenstand maß herhalten, Äste, Kochlöffel oder Autoantennen, jedes nur mögliche Material zum Anbinden wird zu benutzen sein, Schnürsenkel und Isolierbänder, Gürtel und Unterwäsche. Und so ruhig gestellt schafft man den Hund auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt oder in die Tierklinik, denn nur eine Röntgenaufnahme schafft Klarheit über die Art des Bruches und die notwendigen Therapiemaßnahmen. Bei Rippenbrüchen ist die Situation ein wenig anders. Oft ist der Bruch einer einzelnen Rippe für den Laien gar nicht zu erkennen. Nimmt der Hund eine so genannte Schonhaltung ein, versucht eine Seite des Rumpfes zu entlasten, ist eine Schwellung zu ertasten kann das ein Bruch sein. Oder irgend etwas anderes. Der Tierarzt wird es einem sagen können.

Schlangenbiss : In unseren Breiten gibt es wirklich nur zwei stark ( möglicherweise tödlich ) giftige Schlangenarten, nämlich die Kreuzotter und die Sandviper. Beides sind eher scheue Tiere, welche Begegnungen mit Großtieren oder Menschen zu vermeiden versuchen. Hunde, welche im Unterholz oder hohen Gras herumstöbern haben natürlich eine Chance, so eine Begegnung herbeizuführen, und in manchen seltenen Fällen beißt die Schlange dann wirklich. Die Wirkung dieses Bisses auf den Hund setzt erst mit einer gewissen Verzögerung ein, es besteht bei einem gesunden Hund von der Größe eines ZO keine akute Lebensgefahr. Man maß trotzdem umgehend einen Arzt aufsuchen um ein allenfalls notwendiges Antidot zu verabreichen. In diesem einen besonderen Fall ist es sogar günstiger, einen Humanmediziner aufzusuchen, er wird unter Umständen ein geeignetes Serum vorrätig haben. Informationen sind aber auf jeden Fall von der örtlichen “Vergiftungszentrale“ zu erhalten. In unseren südlichen Nachbarländern rund um das Mittelmeer gibt es einige giftige Spinnen und auch kleine Skorpione, wobei auch hier die Gefahr oft überschätzt wird. Für die Behandlung solcher Bisse und Stiche gilt aber das Gleiche wie für Schlangenbisse.

Verbrennungen, Verbrühungen : Verbrennungen sind Hitzeschäden durch heiße Gegenstände oder direkte Einwirkung von Flammen während Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten hervorgerufen werden. In beiden Fällen sind die Schmerzen enorm und der Schaden an der Körperoberfläche groß. In der Wundausbildung und der darauf folgenden Therapie besteht sehr wohl einen Unterschied, in der Erstversorgung jedoch nicht. Alle Gewebeschädigungen welche durch Hitze hervorgerufen werden sind sofort, und zwar wirklich so schnell wie möglich mit Kälte zu behandeln. Kaltes Wasser, jede mögliche Flüssigkeit, kalte Gegenstände wie Kühlakkus oder Eis sind geeignet. Es gilt die Weiterleitung der Hitze im noch nicht geschädigten Gewebe schnellstmöglich zu stoppen. Danach ist die Wunde trocken, ohne jede weitere Behandlung sauber abzudecken und einem Arzt vorzuführen, Cremes und Puder wird der Arzt, falls er es für notwendig und sinnvoll erachtet, auftragen, diese Entscheidung wollen wir dem Fachmann überlassen. Ein besonders unangenehmer Sonderfall ist die Verbrühung mit siedendem oder gar schon  brennendem Fett oder Öl. Das Öl haftet auf der Körperoberfläche, besonders gut im Haar, und brennt dort weiter. Hier gilt es die Flammen zuallererst durch Ersticken mit einem Tuch zu löschen, dann erst kann mit der Erstversorgung begonnen werden. Die brennenden Flüssigkeiten bitte niemals mit Wasser zu löschen versuchen, durch das Wasser verteilt sich diese Flüssigkeit nur noch mehr und brennt um so heftiger. Tücher, oder noch besser feuchte Tücher sind bestens geeignet um solche Brände auf Körpern zu löschen. Auch von dem Einsatz von Feuerlöschern maß ich in diesem Zusammenhang dringend abraten, damit werden dem Körper des bereits durch die Verbrennungen verletzten Tieres (aber natürlich auch Menschen) nur noch weitere Schäden zugefügt, wie etwa Verätzungen. Der Feuerlöscher ist aufgrund seiner Eigenschaften ausschließlich für die Brandbekämpfung an Gegenständen gedacht.

Vergiftungen : Leider treten solche Vergiftungen recht häufig auf. Unbeabsichtigt wie etwa durch nachlässig ausgebrachte Rattenköder oder mit böser Absicht von üblen Charakteren speziell für Hunde ausgebracht. Nur in den seltensten Fällen werden giftige Substanzen aus der Natur aufgenommen. Giftpflanzen sind selten und unsere Hunde sind da sehr instinktsicher, mir ist kein Fall bekannt, wo ein ZO eine Giftpflanze oder einen Giftpilz gefressen hätte. Die alten und weit bekannten Hausmittel gegen die diversen Vergiftungserscheinungen sind sehr vielfältig und unterschiedlich, sie haben aber alle eine Gemeinsamkeit, sie sind nämlich samt und sonders weitgehend wirkungslos. Rasche Hilfe durch einen Tierarzt oder eine Vergiftungszentrale ist die einzige sichere Maßnahme. Gut ist es, wenn man die giftige, aufgenommene Substanz benennen kann, wenn nicht ist auch eine eventuell vorhandene Probe des Stoffes hilfreich. Die erste Hilfe sieht somit ganz einfach so aus: Ruhigstellen um den Transport innerhalb des Organismus nicht noch zu beschleunigen, aber den Hund beschleunigt zu einem Fachmann  bringen.