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Ernährung - was frißt ein ZO ? 

Diese Frage ist wohl eine der auf Ausstellungen und Rassepräsentationen am häufigsten gestellten. Und die Erwartungshaltung der freundlich und gespannt Fragenden ist in der Regel eine völlig falsche. Und die Antworten sind auch immer wieder die selben. Nein, die fressen nicht sehr viel. Nein, die fressen mehr Kohlenhydrate als Fleisch. Nein, die fressen nicht wie die Bestien, die naschen am Fressen wie Katzen. Und zu Guter Letzt: Nein, die fressen keine kleinen Hündchen oder liebe Kätzchen. Was mittels der Bilder auf “ZO und Kinder” leicht bewiesen wird.

Jetzt wissen wir und die interessierten Ausstellungsbesucher zwar schon ganz genau was unsere Zentralasiatischen Ovtcharki nicht fressen, aber was fressen die nun wirklich?

Wenn das Hundebaby im Idealfall im Alter von zwei Monaten / zehn Wochen in die neue Familie kommt, hat es bereits ein vollständig ausgebildetes Milchgebiß. Damit kann der junge Hund mehr oder weniger Nahrung der gleichen Qualität und Konsistenz fressen wie ein erwachsener Hund. Die Problematik der Welpenfütterung besteht somit vorwiegend im “wie oft“ oder “wie viel” und weniger im “was“. Solange der kleine Hund noch bei seiner Mutter ist, sucht er bei Bedarf, also immer dann wenn in der Hunger quält, die köstliche Milchquelle auf und schmatzt genüsslich von der fetten Hundemilch. Noch im Alter von zehn Wochen wird er immer wieder versuchen, an diese für ihn schmackhafte und gewohnte Nahrung zu gelangen, jedoch die spitzen Zähne und Krallen verleiden der Hundemutter das Säugen.

So weichen die Welpen immer mehr auf das vom Züchter gereichte Futter aus, welches gehaltvoller als die Milch ist und dadurch auch besser sättigt. Somit setzt sich der Tagesablauf eines so kleinen Hundes aus schlafen, Muttermilch saufen, Welpenfutter fressen und mit den Geschwistern balgen zusammen. In der Nacht verlagert sich dieser Zyklus immer mehr zum Schlafen, das ist eine Anpassung an den Lebensrythmus der Menschen, Wölfe und auch Hunde sind durchaus in der Dämmerung und auch in der Nacht aktiv. Hirtenhunde klassischer Prägung arbeiten überhaupt vorwiegend in der Nacht! Im Zuge seiner Anpassung an unseren menschlichen Lebenszyklus verlagern sich natürlich auch die Freßgewohnheiten von einem weniger Tag-Nacht orientierten vierundzwanzig Stunden Zyklus mehr und mehr zur Nahrungsaufnahme am hellen Tag.

Meistens hat der Welpe wenn er zu seinem neuen Besitzer nach Hause kommt bereits einen Tagesablauf, der im grossen und ganzen unserem eigenen entspricht. Meistens macht nur noch die Kontrolle der Blase während der Nacht Probleme, aber die Erziehung ist erst im nächsten Kapitel an der Reihe. Junge Hunde sollen wie Könige fressen, erwachsene wie Bettler. Also wird der Welpe am Anfang so mit Fressen versorgt wie ein Schlemmer reinsten Wassers. Fünfmal am Tag wird dabei der junge Hund gefüttert. Kleine Portionen mit ausgewogenem Inhalt sollen es sein.

Kleine Portion bedeutet, dass in ungefähr fünf bis zehn Minuten alles weggeputzt sein muss, was ihm in seiner Schüssel vorgesetzt wird. Steht das Futter zu lange herum, kann es einerseits verderben und Fliegen oder anderes Ungeziefer anlocken und andererseits erzieht man den noch leicht formbaren Welpen zu einem faulem Fresser.

Ausgewogen bedeutet genügend Mineralien, genügend Eiweiss - aber nicht zu viel und vor allem genügend Kohlenhydrate und auch Ballaststoffe. Die Ernährung unserer Zentralasiatischen Ovtcharka beruht zum Grossteil auf Kohlenhydraten in Form von Cerealien, glaubt bloss nicht, das sei unnatürlich.

Auch Wölfe fressen nach dem Riss eines Grosswildes zuallererst die Innereien, Magen und Darm mitsamt Inhalt. Das uns Menschen gut und appetitlich erscheinende rote Muskelfleisch wird erst nach dem für uns Menschen so eklen Darminhalt gefressen. Und nach dem Fleisch fressen sie dann auch noch die Knochen und das Fell, nichts bleibt über, ausser den Schädelknochen, eventuell Geweih und ganz grosse Röhrenknochen, welche dem Wolfsgebiß widerstehen.

Trotz Jahrtausenden der Domestikation sind die Ernährungsbedürfnisse unserer Hunde denen der Wölfe noch immer sehr ähnlich. Wolfswelpen werden in der Umstellungsphase von Milch auf Fleisch mit vorgekautem, beziehungsweise vorverdautem Fleisch gefüttert. Aber selbst der liebevollste Hundebesitzer wird es als Zumutung betrachten, seinem Welpen das rohe Fleisch vorzukauen und anschliessend in die Futterschüssel zu erbrechen. Wer die Arbeit scheut, Fleisch klein zu schneiden oder zu faschieren, mit Futterkalk zu mischen und zu portionieren kann getrost auf Fertigfutter ausweichen. Welpennahrung, egal ob Trockenfutter oder Dosennahrung ist in der Zusammensetzung geradezu ideal. Für großwüchsige und damit auch eher langsamwachsende Hunderassen gibt es spezielle Futtermischungen, welche bei erhöhtem Mineralgehalt etwas weniger Kalorien enthalten. Und genau dieses ist das richtige Futter für unseren Zentralasiatenwelpen. Gerade der Zentralasiat ist durch Jahrtausende der Anpassung an wahrhaftig karges Futter gewöhnt, eine Überfütterung mit hochwertigen Eiweiss und vor allem Fett tut ganz sicher nicht gut. Welpen welche während der ersten Lebenswochen immer die am besten genährten sind, müssen als erwachsener Hund nicht unbedingt auch die beste Substanz ihr eigen nennen. Auch bei den Hunden gilt der Satz, dass Masse nicht gleich Klasse ist.

Bei den Fertigfuttersorten kann man ganz prinzipiell zwischen Trockenfutter und Feuchtfutter unterscheiden.

Trockenfutter sind Pellets, deren Wassergehalt bei einigen wenigen Prozent liegt. Deshalb ist bei der auf Trockenfutter basierenden Ernährung immer auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Die Pellets sollten trocken gereicht werden, das Einweichen in Wasser oder Brühe scheint mir nicht so günstig. Ersten geht der Effekt der Zahnpflege durch das Kauen verloren und zweitens quellen die Pellets in der Flüssigkeit recht schnell zu einem eher unappetitlichen Brei auf, welcher schon nach kurzer Zeit geradezu in Gärung übergeht und einen ekligen, sauren Geruch bekommt.

Dabei ist frisches, reines Wasser grundsätzlich das Hundegetränk, von allen Milchersatzstoffen oder auch Kuhmilch ist prinzipiell abzuraten. Viele erwachsene Tiere reagieren mit heftigen allergischen Reaktionen auf das Milcheiweiß und den Milchzucker, Durchfall ist noch eine der harmlosen Erscheinungen, Hautausschläge sind da schon schlimmer und mögliche Muskelkrämpfe echt bedrohlich.

An Feuchtfutter ist vor allem das in Dosen oder Aluminiumschälchen verpackte Fertigfutter von Bedeutung. Die Aluschälchen sind jedoch so winzige Portionen, dass sie als Nahrung für unsere Hunde ohnehin nicht wirklich in Frage kommen. Dosenfutter ist im Feuchtigkeitsgehalt ähnlich dem Frischfleisch, enthält also dreissig bis sechzig Prozent Wasser. Die Haltbarkeit dieser konservierten Nahrungsmittel ist beträchtlich, man darf aber nicht vergessen, dass durch zu lange Lagerung bei Raumtemperatur Vitamine verloren gehen.

Ganz allgemein kann festgehalten werden, dass die Futtermittelindustrie tatsächlich hochwertige  Nahrung produziert, welche dem Stoffwechsel der Tiere geradezu ideal angepasst ist. Wer sichergehen will, dass sein Hund ohne grossen Aufwand immer ordentlich ernährt ist, kann somit guten Gewissens auf die vielfältigen Produkte der Futtermittelindustrie zurückgreifen.

Wer jedoch die Arbeit nicht scheut, wird letztendlich auf die Fütterung mit selbst zubereiteten Mischungen aus diversen Fleischsorten und Cerealien zurückgreifen. Das mag vielleicht altmodisch sein, hat sich jedoch langfristig bewährt und ermöglicht ein individuelles Eingehen auf den Futterbedarf seines/seiner Hund/Hunde.

Fleisch ist die abwechslungsreichste und somit natürlichste Ernährung, dabei zwar wie schon erwähnt die arbeitsaufwendigste aber dafür auch die billigste. In auf Tierfutter spezialisierten Fleischverarbeitungsbetrieben wird Hundefutter in jeder Qualität und Preislage angeboten. Günstig ist der Kauf von bereits zerkleinertem, portioniertem und tiefgefrorenem Fleisch. Diese Portionen lassen sich sehr lange hygienisch und ohne merklichen Qualitätsverlust in der Tiefkühltruhe lagern. Und durch die Abnahme grösserer Mengen können diese zu wirklich günstigen Preisen erstanden werden.

Es ist nur unbedingt darauf zu achten, dass die Nahrung dem Hund wirklich richtig temperiert vorgesetzt wird, das Fleisch muss durchgehend aufgetaut sein, Raumtemperatur ist ideal. Dann wird dieses Fleisch mit Hundeflocken, gekochtem Reis, Graupen oder anderen Cerealien gemischt. Das Gewichtsverhältnis  Fleisch zu Cerealien sollte ungefähr eins zu eins betragen, je nach Vorliebe des Hundes. Ich persönlich verfüttere an die Zentralasiaten einen etwas höheren Gewichtsanteil an Getreideprodukten als Fleisch und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn das Tier gerne trockenes Brot nagt, kann man den Fleischanteil grösser ansetzen, werden tierische Produkte als Kauspielzeug gereicht wie getrocknete Ochsenziemer oder Schweineohren sollte der Kohlenhydratanteil gesteigert werden. Eine feste Regelung kann hier nicht getroffen werden, die Zusammensetzung der Ernährung wird sich aber von ganz alleine einpendeln. Wichtig ist, dass das Futter in kurzer Zeit mit Appetit verzehrt wird und keine Reste in der Schüssel bleiben. Ein gesunder Hund ist in der Regel immer ein wenig hungrig, somit liegt es am Besitzer, die Nahrungsmenge zu kontrollieren.

Wie kann man nun kontrollieren ob der kleine und auch der schon erwachsene Hund genug zu fressen bekommen hat oder nicht? Wie bei so vielen Dingen im Leben hilft hier das Fingerspitzengefühl. Nach dem Fressen soll sich der Welpenbauch schön rund und voll anfühlen, jedoch nicht hart und prall. Den allgemeinen Ernährungszustand überprüft man, indem man über die Rippen und den Rücken des Hundes tastet. Das ist gleich eine gute Übung für die Zukunft, der Hund muss sich unter allen Umständen von seinem Besitzer an allen Körperstellen berühren lassen. Das ist in der Folge zur Körperpflege, beim Tierarzt und bei Ausstellungen unumgänglich notwendig. Dabei sollen die Rippen mit den Fingerspitzen zu ertasten sein, mit der flachen Hand aber nicht mehr. Viele Hundebesitzer sind anfangs besorgt, dass ihr Zentralasiatischer Ovtcharka nicht genügend frisst. Selbst mich erstaunt es immer wieder, wie bescheiden die Futteraufnahme ist und welche schlichten Vorlieben diese Hunde haben. So geschieht es immer wieder, dass meine Hündin das von mir sorgfältig zubereitete Futter nach wenigen Bissen verschmäht und vehement nach einem trockenen Brotkanten oder einer harten Semmel verlangt. Diese steinharten Backwaren werden mit Genuss und lautem Krachen verzehrt und genügen diesen anspruchslosen Tieren offenkundig zur Sättigung.

In den Ursprungsländern dieser Hunde werden die an der Herde arbeitenden Hunde praktisch ausschliesslich mit einem Brei aus geschrotetem Getreide und Wasser ernährt. Nur an den seltenen Schlachttagen wird den Hunden das an Schlachtabfällen vorgeworfen, was selbst für diese in bescheidenen Umständen lebenden Menschen absolut ungeniessbar ist. Einige Knochen, Hufe, Hörner und Fellreste genügen diesen Hunden zur Eiweißversorgung sowie das, was sie an Kleintieren auf der Weide erhaschen. Dabei wird auch vor Insekten nicht halt gemacht, grosse Käfer oder Heuschrecken werden mit Genuss als knusperiger Snack verzehrt, wie ich selber wiederholt beobachten konnte.

Und ich kann jeden besorgten Welpenbesitzer beruhigen, der gerade seinen Junghund für zu dünn hält. Wenn das Tier nicht krank ist und das angebotene Futter in Ordnung ist, wird der Welpe unter Garantie nicht vor der vollen Schüssel verhungern. Erst dann, wenn der Hund mehrere Mahlzeiten hintereinander gänzlich verweigert, besteht Grund zur Sorge. Unter Umständen liegen pathologische Gründe vor, warum der Welpe nicht fressen will oder das Futter nicht richtig verwerten kann. Erbrechen und / oder Durchfall sind ein eindeutiges Zeichen von Verdauungsstörungen, welche behandelt werden müssen. Im Zweifelsfalle wird der Besuch beim Tierarzt Klarheit schaffen, er wird auch die geeigneten Medikamente verabreichen.

Je weniger fett der Hund ist und je langsamer er an Masse zulegt, um so besser wird der fertig entwickelte Hund proportioniert und definiert sein. Ist der junge Hund zu schwer, besteht immer Gefahr, dass die Entwicklung der Knochen, Gelenke und Sehnen nicht mit der Gewichtszunahme schritthalten kann. Dadurch besteht möglicherweise im höheren Alter die Gefahr einer Beeinträchtigung des Bewegungsapparates, schlüssige Beweise dafür liegen aber auf Grund leider noch fehlender Forschungsarbeiten nicht vor.

Bei der weiteren Anzahl der Fütterungen gehen die Meinungen teilweise auseinander. Meine persönliche Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass ab dem Alter von vier Monaten drei Mahlzeiten ausreichend sind, mit sechs Monaten kann man auf eine zweimalige Fütterung umstellen und ab einem dreiviertel Jahr ist eine einmalige Futtergabe angebracht. Wenn die Hunde einer starken Belastung ausgesetzt sind wie intensiver Bewegung oder argen Witterungsunbillen ist dem natürlich Rechnung zu tragen. An solchen Tagen intensiver Arbeit füttere ich meine erwachsenen Hunde zweimal. Erstens um den Organismus nicht durch eine grosse Nahrungsmenge auf einmal zu belasten und um andererseits den erhöhten Kalorienverbrauch wieder wettzumachen. Andererseits lasse ich während Phasen der Untätigkeit schon hin und wieder eine Mahlzeit ausfallen. Diese scheinbaren Unregelmässigkeiten in der Ernährung sind völlig natürlich und helfen dem Hund seine Stoffwechselfunktionen in Schwung zu halten. Die Natur hat es so eingerichtet, das die hundeartigen Raubtiere in unregelmässigen Abständen, je nach Jagdglück, an die Nahrung gelangen. Somit ist bei ihnen die Regellosigkeit die Regel.

Ungeeignet zur Ernährung eines Hundes sind alle jene Dinge, welche als Süssigkeiten bezeichnet werden. Raffinierter Zucker schädigt das Gebiss, füllt das Kaloriendepot und enthält keine essentiellen Vitamine oder Mineralien. Natürlich wird ein Stück Schokolade oder ein Keks am Tag einem fünfundvierzig oder mehr Kilo schweren Hund nicht schädlich sein, aber man sollte dieses Naschen gar nicht zur Gewohnheit werden lassen.

Genauso ungeeignet sind scharf gewürzte Speisen, welche ursprünglich für den menschlichen Verzehr gedacht waren. Essenreste sind nun einmal kein Hundefutter, der hohe Gehalt an Salz ist dem Stoffwechsel eines Raubtieres nicht wirklich angepasst

Sinnvoll ist es jedoch unter Umständen, das Hundefutter mit zusätzlichen Nährstoffen und Vitaminen anzureichern.

So kann der Zusatz von ein wenig gequollener Leinsaat die Qualität des Felles entscheiden verbessern. Ähnlich verhält es sich mit Pflanzenfetten, etwa auf Soja- oder Olivenbasis, die ungesättigten Fettsäuren werden von den Tieren gut vertragen.

Bei Pigmentschwächen kann das Beimischen von rohen, geraffelten Karotten, süssem Paprika oder fertig gekauftem Seetangpulver zum Futter helfen. Jedoch sind auch davon keine Wunder zu erhoffen, rosa wird dadurch auch nicht schwarz!

Die Verabreichung von Futterkalk, zum Teil wird dieser bereits mit einem Zusatz von Vitaminen angeboten, kann dem Welpen und Junghund beim Aufbau eines massiven Knochengerüstes helfen, für den erwachsenen Hund ist der Zusatz von Kalk nicht unbedingt notwendig, schaden kann er aber auch nicht.

Gelatine in Form von Sehnen, Knorpeln oder Sulz ist ein gutes Beifutter, es kann älteren Hunden welche bereits Probleme mit den Gelenken haben helfen und trägt zur Qualität von Haar und Krallen bei.

Käse, vor allem geruchsintensiver Weichkäse, hilft den Tieren ihren Drang nach bereits anrüchigem Fleisch auf harmlose Weise zu befriedigen.

Ein beliebter Snack sind auch ganze Sardinen aus der Dose, welche mit Haut und “Haar” verspeist werden. Das zarte Skelett bietet leicht aufzuschliessenden Kalk, der Fischgeruch animiert den Geruchssinn und das Pflanzenöl der Konserve kann auch nicht schaden.

Und jetzt folgen meine Rezeptvorschläge für eine abwechslungsreiche und trotzdem billige Hundeernährung. Die dabei von mir bevorzugte Ernährung ist jene, bei der Frischfleisch mit gekochten oder gequollenen Cerealien gemischt wird.

Ich werde nun versuchen, die von uns im Lauf der Jahre bei Haltung und Zucht gemachten Erfahrungen in Form von Kochrezepten für Hundefutter weiterzugeben. Zu diesem Zweck mußten wir zuallererst die Fütterung unserer Hunde analysieren und in allgemeinverständliche Maßangaben übersetzen. Oder kann jemand etwas mit einer Angabe wie:  “Gib eine halbe Wurscht in den Kübel, eineinhalb Dosen Flocken und genug heisses Wasser dazu” anfangen? Also habe ich das, was ich bislang immer nach Gefühl zubereitet habe einmal genau abgewogen und gemessen. Diese Resultate lieferten letztendlich erstaunlich einfache Zahlen, welche jedermann ganz leicht auf seinen eigenen Hund umrechnen kann. Das Rezept und die Mengenangaben möchte ich deshalb gleich anhand eines konkreten Fütterungsbeispieles erläutern.

Auf ein Kilogramm Körpergewicht des Hundes werden 10 Gramm Fleisch als Tagesration zubereitet. Dieses Fleisch ist entweder Rindskopffleisch oder ungeputzter Kuttelfleck, welches entweder roh oder gekocht verfüttert werden kann. An Getreideprodukten verwende ich verschiedene Getreideflocken oder fertige Hundeflocken, Graupen oder Reis. Die Flocken werden mit Wasser befeuchtet und mit dem fein geschnittenem oder grob faschiertem Fleisch gemischt. Das Trockengewicht der Flocken beträgt bei meiner Rezeptur etwa die Hälfte des Gewichtes des Fleisches, dazu kommt das gleiche Volumen Wasser wie Flocken. In einem konkreten Beispiel sieht das dann so aus.

Mein Hund wiegt fünfzig Kilo, somit bekommt er 500 Gramm Fleisch ( das ist die ominöse “halbe Wurscht” also eine Hälfte einer Kiloportion Fleisch ), 250 Gramm Flocken (was den eineinhalb Dosen entspricht, dazu folgt die Erklärung gleich) und etwa 700 ml Wasser ( am Anfang mit “genug heisses Wasser” beschrieben ) , alles in allem ergibt das eine Portion von etwa einem und einem halben Kilogramm. Bei Reis oder Graupen sieht das ganz ähnlich aus. Zum Kochen dieser Körner nehme ich dreieinhalb mal so viel Volumen Wasser wie Körner. Ein viertel Kilo Reis hat nämlich ein etwas grösseres Volumen als ein viertel Liter, welches dann in 1 Liter Wasser gekocht wird. Den Flüssigkeitsverlust durch Verdampfen beim Kochen ignoriere ich für unsere Berechnung. Das fertige Futter wiegt somit wieder etwas mehr als ein und einen halben Kilo. Da das Abwiegen eine eher aufwendige Arbeit ist, habe ich mir aus leeren Konservendosen ( da kommen die eineinhalb Dosen her ) Messbecher angefertigt, dadurch kann ich ohne besondere Mühe einfach, schnell und sauber Reis oder Flocken abmessen. Ein kleiner Tip, Graupen nehmen beim Kochen weniger Wasser auf als Reis und müssen auch ein wenig länger kochen/dünsten.

Zu den Cerealien mische ich abwechselnd für jeden Hund ungefähr einen Suppenlöffel geschrotene Leinsaat, Sesam oder Olivenöl. Dadurch stelle ich sicher, dem Hund genügend ungesättigte Fettsäuren über das Futter zugeführt zu haben. Meiner festen Überzeugung nach macht das ein schönes Fell, harte Krallen und eine gesunde Verdauung.

Und viele Variationsmöglichkeiten hat man bei dieser Art der Fütterung auch noch. Fleisch oder Kutteln, roh oder gekocht, Flocken, Reis oder Graupen ergeben insgesamt zwölf verschiedene Möglichkeiten. Wer das nicht glaubt, kann gerne nachrechnen, oder noch einfacher an den Fingern abzählen. Noch dazu besteht bei den Kutteln die Möglichkeit, sie grün oder geputzt zu verfüttern. Das macht noch zusätzlich drei weitere Möglichkeiten der Abwechslung. Von den Hunden werden die grünen stark bevorzugt, jedoch besteht die Gefahr, dass durch dieses Futter artfremde Darmbakterien die Darmflora des Hundes so stark verfälschen, dass es zu Verdauungsstörungen und Durchfall kommen kann. Äh - kochen kann man die grünen auch nicht, also man kann schon, aber man wird es kein zweites Mal machen, weil das ganz greulich riecht.

Diese von mir vorgegebene Portion ist im Normalfall für einen gesunden Hund ausreichend bemessen. Wenn der Hund starker körperlicher Belastung ausgesetzt ist, wie etwa Tageswanderungen, wie es Streifengänge sind oder mehrmaliges Training am Tag, ist die Menge um 10 % zu erhöhen. Auch wenn der Hund verstärkt schlechter Witterung, wie etwa grosser Kälte oder kalter Nässe ausgesetzt ist, muss die Portion nochmals um 10 % hinaufgesetzt werden.

Bei einem Fünfzigkilohund sind das bei voller körperlicher Belastung jetzt schon knapp zwei Kilo Futter, welche als Tagesrationen verzehrt werden müssen, um das Gleichgewicht zwischen Kalorienverbrauch und Nahrungsaufnahme zu erhalten. Ein Hund dieser Grösse könnte eine solche Portion ohne Schwierigkeiten in kürzester Zeit ohne Absetzen wegputzen. Aber da eine so grosse Nahrungsmenge den Organismus belastet, habe ich mir in solchen Ausnahmefällen zur Regel gemacht, das Futter auf zwei kleinere Portionen aufzuteilen. Am Morgen eine kleine Portion, vielleicht ein Viertel der Tagesration und am Abend, nach der Arbeit den grösseren Rest. Wenn jemand in der Nacht mit dem Hund arbeitet, wie das etwa bei einem Nachtwächter oder beim Grenzschutz vorkommt, dann wird der Hund sinnvollerweise am Abend, vor seinem Einsatz die kleinere Portion erhalten und erst in der Früh genug, um sich so richtig satt zu fressen, da er ja nun nach getaner Arbeit tagsüber ruhen kann.

Eine weitere einfache und praktische Möglichkeit, den gesteigerten Nahrungsbedarf zu befriedigen ist es, das Kaloriendefizit mit Trockenfutter auszugleichen. Dabei bekommt der Hund zu der gewohnten Zeit die gewohnte Portion, und zu der alternativen Fütterungszeit eine entsprechende Menge Trockenfutter. Auf den Verpackungen der Pellets oder des Granulates sind Mengenangaben zur Fütterung nach Gewicht des Hundes gestaffelt zu finden. Somit verabreicht man dem Hund jeweils 10 % der Menge welche für sein Körpergewicht vorgesehen und empfohlen ist als Ergänzung zu der Hauptmahlzeit. Meistens wird dieses Futter gerne angenommen und stellt eine gute Ergänzung zu der üblichen Nahrung dar. Ein weitere Vorteil dieser Fütterung mit Trockenfutter ist es zweifellos, dass dieses Granulat sehr lange lagerfähig ist und ohne grosse Vorbereitungen verfüttert werden kann, während das Portionieren von tiefgefrorenem Fleisch nicht so ganz einfach ist.

Bei diesen Fütterungsvorschlägen ist aber bitte immer zu bedenken, dass ein Hund keine Maschine ist, sondern ein individueller Organismus. Deshalb können alle Angaben nur Richtwerte sein, eine Gesetzmässigkeit lässt sich nicht herstellen. Manche Hunde kommen mit weniger Futter aus , andere wieder müssen mehr fressen um ihr Gewicht halten zu können. Und auch die Jahreszeit, die momentane Verfassung und verschiedene äussere Einflüsse, wie etwa Stress oder Wechsel im Lebensrythmus beeinflussen den Futterbedarf. Letztendlich muss jeder Hundebesitzer die Kondition seines Hundes ständig überprüfen, nur durch die regelmässige Kontrolle des Ernährungszustandes kann man den Futterbedarf seines Hundes genau festlegen. Und noch eine abschliessende Warnung, in der Regel sind unsere Hunde fast genau so übergewichtig wie ihre Besitzer. Bei uns, den Besitzern ist die Gewichtskontrolle nicht immer so einfach, aber wenigstens unsere Tiere sollten nicht zu fett sein.