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Clubschau Mlada Boleslav - CZ 

Am Donnerstag den 13. Mai 2004 um 7:00 trafen wir einander in Gänserndorf. Die Nentwichs von Wien kommend mit ihren vier Bordeaux’s und der kleinen AnnKatrin im roten Vivaro und wir aus Obersiebenbrunn mit unseren fünf Hunden im orangen Doblo.

Von dort ging es auf der B8 Richtung Reinthal wo wir auf der tschechischen Seite gleich Geld wechselten und jeweils eine Autobahnvignette erstanden. Über Breclav ging es dann auf der Autobahn nach Hustopece in die Praxis von Dr.Kunc und Dr.Vitek um einerseits die Impfpässe zu kontrollieren und zweitens das Gesundheitszertifikat, nicht älter als drei Tage, in ebendiesen Pässen eintragen zu lassen. Nach Rücksprache mit dem Tschechischen Amtstierarzt erklärte uns Dr.Vitek, dass er gerne jede Bestätigung ausfüllen würde, diese aber völlig wertlos sei, da nur der am Wohnsitz des jeweiligen Tierhalters ordinierende Tierarzt den Befund bezüglich der Tollwut verbindlich ausstellen könne. Mit dieser verbindlichen Auskunft versehen verzichteten wir natürlich auf diese Befunde und begnügten uns mit der fälligen Impfung AUDREY’s. Der geneigte Leser möge sich bitte diese offizielle Auskunft des Amtstierarztes gut merken, im weiteren wird das Gesundheitsattest noch einmal vorkommen. Von Hustopece ging die Fahrt über die Autobahn an Brno vorbei Richtung Prag weiter. Wir hatten vereinbart, schon bei der Anreise den Weg über Mlada Boleslav zu nehmen, um dann am Tage der Ausstellung den Weg schon zu kennen. So verließen wir bei Jihlava die Autobahn und fuhren auf Bundestrassen über Havlickuv Brod, Kolin und Nimburk nach Mlada Boleslav. Die restlichen gut achtzig Kilometer legten wir dann teilweise auf Bundesstrassen und teilweise auf Landstrassen zurück, dafür benötigten wir fast eineinhalb Stunden! So trafen wir erst am späten Nachmittag in Janov ein, wo wir erst einmal ordentlich Lärm machen mussten, um in der Pension “U Rytire” des Petr Kotek einziehen zu können. Da Mitte Mai die Saison eigentlich noch nicht begonnen hat, war auch niemand auf unser Eintreffen vorbereitet. Wie aber auch schon in den vergangenen Jahren zeigte sich dann sehr schnell, dass genau diese Pension die richtige für Hundebesitzer wie uns ist. Das Gästehaus war praktisch leer und wir konnten uns unsere Zimmer aussuchen, beide mehr als ausreichend groß und nebeneinander. Da das Wetter eher unfreundlich und sogar ziemlich kalt war wurde sogar die Heizung extra für uns aufgedreht. Nach dem Auspacken und Hunde lüften gab es einmal ein wohlverdientes Nachtmahl. Die Küche konnte Martina und mich als alte Stammgäste nicht mehr überraschen, aber die beiden “Janovneulinge” Roswitha und Christian waren sowohl von der Menge wie auch der Qualität überwältigt. Nach dem reichlichen Essen ( bei mir mit langevermisstem Budweiser gespült ) ging es noch in die Dusche und dann zur ausgedehnten Bettruhe.

Der Freitag wurde dem Besuch DER lokalen Sehenswürdigkeit gewidmet, wir wanderten von Mezni Louka ( Rainwiese ) auf den uns ja schon bekannten Pfaden zum Pravcicka Brana ( Präbischtor ). Bereits am Parkplatz erregten wir ordentlich Aufsehen als zuerst einmal unsere fünf und dann noch vier weitere Hunde aus unseren Autos purzelten. Die deutschen Touristen waren von der insgesamt knappen halben Tonne Hund fasziniert. Der einzige kleine Wermutstropfen bei der Tour war bloß der Leinenzwang, da das gesamte Gebiet ein Naturpark ist und wir natürlich keinen Ärger erregen wollten. Wir bewältigten den Hinweg ohne Probleme, einige kurze Pausen um einerseits AnnKatrin aus der Rückentrage zu entlassen und andererseits SARAH eine kleine Verschnaufpause zu gönnen waren aber nötig. Beim Präbischtor verweilten wir dann aber schon länger. Ein kleiner Imbiss, gegrillte Wurst mit Brot, war angemessen, aber die Wurst war leider nicht so toll, zum Beispiel in der alten Mühle in der Schlucht der Kamenitze  schmeckte sie viel besser. Wieder waren unsere Hunde der Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Und wieder die gewöhnten, leider oft auch dummen Fragen wie etwa: “ fressen die euch nicht arm - vertragen die sich miteinander - sind die untereinander verwandt - wieviel wiegen die bloß - sind da BerhardinerBoxerNeufundländerMastiff dabei ? ” und die bekannten Antworten : “ NEIN - JA - TEILWEISE - NEIN GAR NICHT ! “ aber erfreulicherweise auch viel echtes Interesse. Ein wenig langsamer als hin bewältigten wir den Rückweg, da vor allem SARAH ein wenig müde war. Während des Abendessens vereinbarten wir das Frühstück für Samstag schon um 7:00, was dank des Verständnisses von Hr. Kotek ohne weiteres klappte.

So konnten wir Samstag mit genügend Kaffee und Kalorien im Bauch nach Mlada Boleslav aufbrechen. Bis zu der Einfahrt des “ Kynologischen Areales “ ging auch alles klar, aber dann kam es knüppeldick. Dort stoppte uns ein Tierarzt um die Impfpässe der Hunde zu kontrollieren und verlangte das Gesundheitsattest zu sehen. Meine Erklärung, wir wären schon seit drei Tage nicht mehr in Österreich gewesen, wollte er nicht verstehen und schickte uns auf meine schon recht ungeduldige Frage zu einer Tierarztpraxis, gerade einmal dreihundert Meter weit weg. Wir machten uns also auf die Suche, völlig erfolglos. Weiteres Fragen erbrachte folgendes Resultat Tierarztpraxis vor Ort = 0 aber fünf Kilometer am Stadtrand gibt es wohl eine. Also zurück zu den Autos und Vollgas zum Tierarzt, meine Tschechischkenntnisse bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit belastet fragten wir uns durch und fanden die Ordination! Rechtzeitig! Kein Schwein kontrollierte dann diese unnötige Bestätigung, der Tierarzttyp war gar nicht mehr da, und wir kamen ohne Anstand auf das Gelände. Wegen der neuen Tierschutzgesetze in der Tschechei musste NAZIM im Auto warten, da es ja verboten ist, kupierte Hunde auszustellen. Und wir wurden von Frau Ohlidalova gewarnt, dass es keinen Unterschied mache, ob der Hund zur Ausstellung gemeldet sei oder nur zu Besuch dabei wäre, gestraft würde, und zwar drakonisch. Nur bescheiden fünf ZO waren gemeldet, sonst sieht man auf tschechischen Ausstellungen hundert oder mehr davon. Trotz der mageren Konkurrenz murkste der Richter, AISHA wurde vom “einäugigen” Formwertrichter total unterbewertet, ein “gut” ist für einen Hund ihrer Qualität einfach ein glatter Blödsinn. AUDREY den ersten Platz zuzuerkennen konnte er jedoch bei aller Missgunst nicht vermeiden, aber Pokal gab es keinen für uns - auch gut! Wenigstens die Hunde von Christian hatten eine ordentliche Richterin im Ring, ARTOLICOUS gerufen SCRABBY wurde zweiter, seine Schwester ACCASHA konnte die Jugendklasse gewinnen, ebenso erfolgreich wie ihre Mutter BEDORA welche die Championklasse gewinnen konnte, ein toller Erfolg!

Sonntag mussten die Nentwichs leider schon aufbrechen, da Christians Urlaub schon zu Ende war. So blieb uns noch der Decinsky Sneznik als ( altbekanntes ) Ausflugsziel für Sonntag alleine vorbehalten und am Dienstag machten wir uns nach einem ordentlichen Frühstück auf die Heimreise. Als Resümee lässt sich festhalten, dass zwar die Clubschau für uns weitgehend wertlos war, aber die Reise als solches durchaus reizvoll war.