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Braune Landschildkröte - Manouria emys e. & p. 

 

Klasse:

Reptilia (Reptilien)

Unterklasse:

Anapsida

Ordnung:

Testudinata

Unterordnung:

Cryptodira (Halsberger)

Familie:

Testudinidae (Landschildkröten)

Gattung:

Manouria

Art:

Manouria emys

Unterarten

Manouria emys emys,  braune, südliche oder Inselrasse

Manouria emys phayrei  schwarze, nördliche oder Festlandrasse

 

 Die Manouria, die große südostasiatische Landschildkröte hebt sich durch ihre bräunliche bis tiefschwarze Färbung des Rückenpanzers und ihre eigenartige, gespreizte Gangart von den meisten anderen Landschildkrötenarten stark ab. Nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Lebensweise ist speziell. Sie lebt in Waldgebieten (vor allem in Waldlichtungen oder an Waldrändern), in Galeriewäldern entlang von Flussläufen oder in feuchten Aulandschaften. Ihr riesiges Verbreitungsgebiet erstreckt sich über zwei typische Klimaregionen, den wechselfeuchten und den immerfeuchten Tropen. Sie ernährt sich hauptsächlich pflanzlich, ihr üppiger Lebensraum bietet ihr aber auch Gelegenheit, fleischliche Nahrung in Form von Aas sowie ab und zu Früchte zu sich zu nehmen. Besonders Pilze zählen zu ihrem Lieblingsfutter. Ihr Verdauungstrakt ist auf ein vielseitiges Nahrungsspektrum ausgelegt. 

 

 

Artenschutzstatus

Liste 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens.

Haltebewilligung

In Österreich ( und der restlichen EU ) ist die Haltung von Manourias meldepflichtig ( dem Amtstierarzt der zuständigen BH / Magistrat ). Man benötigt dafür einen Herkunftsnachweis mit möglichst genauer Beschreibung vom Züchter ( Vorbesitzer ) bzw. eine Rechnung von der Tierhandlung. Eine Artenschutzrechtliche Genehmigung ( CITES ) ist für die Haltung nicht notwendig.

 Die Manouriae kommt in zwei Unterarten in zwei verschiedenen Verbreitungsgebieten vor: MEP auf dem Festland, welches nördlicher liegt und kühleres Klima bietet und andererseits die MEE im Inselgebiet weiter südlich in ganzjährig feuchtwarmen Klimata. Sie ist in ihrem natürlichen Lebensraum aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums, der Bejagung zum Verzehr durch Einheimische und zur Gewinnung traditioneller chinesicher Medizin, sowie der Verschleppung durch den Menschen vom Aussterben stark bedroht. 

 

Haltung

 Ein geräumiges, gut isoliertes Gewächshaus ermöglicht eine optimale Haltung. Ein angrenzendes Freilandgehege mit einem Badeteich eignet sich für die Haltung in den Sommermonaten.  Technische Einrichtungen, wie Heizung, Belichtung und Beregnungsanlage gewährleisten auch im Winter ein feucht-tropisches Klima: Tagsüber muss die Temperatur mindestens 15°C , nachts nicht unter 12°C betragen. Steigt die Temperatur zu sehr an, ziehen sich die Tiere in schattige, kühlere Plätze zurück. Die durchschnittliche Feuchtigkeit soll mindestens 80% betragen.  Die Temperaturen können tagsüber lokal unter HQI- oder vergleichbaren Wärmelampen über 35° C erreichen. Diese Stellen dienen auch als Ablageplätze. Ein täglicher Regenguss leitet oft Paarungen ein und ein Badebecken dient der Erfrischung und der Wasseraufnahme. Als Bodensubstrat eignen sich feuchter Torf, Rindenmulch oder Rindenhäcksel.  

 

 Das Aussengehege muss neben besonnten Stellen auch genügend Schatten- und Versteckplätze aufweisen. Der Bewegungsdrang und die Kraft der Tiere ist außerordentlich groß. Innen- wie Aussengehege müssen großzügig angelegt werden.

 

Ernährung

 Manourias ernähren sich vorwiegend pflanzlich. Wiesenkräuter und Spitzgräser werden gerne abgeweidet. In der Natur werden auch Blüten, Blätter und Pilze aufgenommen, sogar Wasserpflanzen werden verzehrt. Häufiger Fruchtgenuss kann sich langfristig negativ auf Gesundheit und Fruchtbarkeit auswirken. Schnecken, Würmer oder Fisch ergänzen die Nahrungspalette. Rohfaserreiche und eiweißarme Ernährung verhindert ernährungsbedingte Erkrankungen. Manourias brauchen viel Wasser und Feuchtigkeit.

 

Haben Sie gewusst ?

  • Die dicken, schuppigen und mit Tuberkeln besetzten Hinterbeine haben der Manouria im englischen Sprachgebrauch den „Sechsfüßige Schildkröte“ eingetragen
  • Der dunkle Panzer absorbiert Licht besser als eine helle Grundfarbe, was eine optimale Ausnützung der spärlichen Sonneneinstrahlung im stark überwachsenen Lebensraum ermöglicht.
  • Manourias scheiden keine Harnsäure in Form von weißer sämiger Masse aus, wie man es zum Beispiel von Europäischen Landschildkröten kennt. Dies ist ein Hinweis auf ihr feuchtes, wasserreiches Biotop wo sie sich nicht nur von Landpflanzen und Pilzen ernähren sondern auch schon beim Verzehr von Wasserpflanzen beobachtet wurden. 

In Asiien kommen noch einige wirklich sehr große Flußschildkröten vor, aber unter den Landschildkröten ist die Manouria emys phayrei die größte auf dem Kontinent. Die Nominatform bleibt in der Endgröße deutlich zurück.

Unterscheidung: 

Bei der Unterart phayrei berühren sich die Brustschilder an der Längsnaht des Plastron

Bei der Nominatform emys sind die Brustschilder viel kleiner und berühren einander niemals

 

Vermehrung

 Männchen und Weibchen können ganzjährig zusammen gehalten werden. Warme Regengüsse stimulieren die Männchen. Bei der Kopulation stoßen die Männchen glucksende Laute aus und schwenken den Kopf hin und her. Die Weibchen häufen oft riesige Nisthügel auf und – eine absolute Besonderheit bei Schilldkröten – verteidigen diesen überaus aggressiv gegen jeden möglichen Freßfeind.

 

 

Krankheiten

  • Jungtiere neigen bei zu trockener Haltung zu Inselbildung der Carapaxschilder und Erkrankungen der Atemwege.

 

Bebrütung und Aufzucht

 Bei einer konstant gehaltenen Bruttemperatur von 25 bis 29° C erfolgt der Schlupf nach 140 - 180 Tagen. Die Feuchtigkeit im Brutapparat muss 90% betragen, das Bodensubstrat selbst muss trocken sein. Die Haltung und Ernährung erfolgen unter den gleichen Bedingungen wie bei den ausgewachsenen Tieren. Aufgrund des gewaltigen Größenunterschiede empfiehlt es sich, sie aber während der ersten Lebensjahre von den ausgewachsenen Tieren getrennt zu halten.

Wichtiges in Kürze

Vorkommen: 

Manouria emys emys: Südliches Thailand bis Sumatra und Borneo

Manouria emys phayrei: Myanmar bis Thailand

 

Im Süden Thailands kommt es zu einer Bastardisierung der beiden Unterarten

Größe: 

Länge: Nominatform bis 40 - 50 cm

 Phayrei : bis 70 cm

Besondere Merkmale:

Haut: schwarze oder dunkelbraune Grundfärbung mit lichteren Schuppen auf den Extremitäten.
Panzer: relativ flach, von oben wirkt er - vor allem bei Jungtieren - herzförmig. Bei Jungtieren sind auf dem sonst einheitlich dunklen Panzer olivfarbige Muster zu erkennen

Ernährung:

Vorwiegend pflanzlich. Frisches Wasser täglich anbieten.

Haltung:

Gewächshaus, kombiniert mit Freilandgehege. Tagestemperaturen mind. 26° C, unter HQI-TS-Strahler bis 35° C, nachts mind. 17° C. Luftfeuchtigkeit hoch.