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Nachdem wir im November bei BARTANG gewesen waren, hieß es vorerst einmal warten. AUDREY zeigte erst Mitte Dezember, dass sich etwas verändert. Sie wurde zusehends runder und ruhiger, auch ohne Ultraschall war es uns jetzt klar, der Nachwuchs ist uns sicher! Die große Terminberechnung begann und es sollte in oder Ende der ersten Jännerwoche geschehen - sagte der Kalender. AUDREY sagte - 6, Jänner! Am frühen Vormittag setzten die Wehen ein und das war es dann auch. Nach der zweiten Wehe mit ein wenig Verlust von Fruchtwasser geschah einfach nichts mehr. Ein wahrer und ziemlich hektischer Kommunikationsmarathon, zuerst mit Elfi und dann mit der Gynäkologischen Abteilung VUW setzte ein. Wir fuhren gegen 19:00 in die Gyn, Professor Holzbauer wollte AUDREY dringend sehen. Jetzt war es uns klar, AUDREY hatte Schwierigkeiten, unsere gusseiserne und unbeugsame AUDREY hatte ernsthafte Probleme! Wir beratschlagten und grübelten, aber nichts geschah. Um 21:00 endete das Diskutieren und es begann das Operieren. Wie immer hatte AUDREY alles perfekt gemacht, diesmal aber zu gut. Die Welpen waren einfach viel zu groß, die fünf Bunten wogen jeweils zwischen 720 und 740 Gramm, der weiss-beige Welpe wog immerhin noch 550 Gramm ( das ist für einen ZO ein ordentliches Geburtsgewicht ) und die Weiße hatte 450 Gramm, für eine Hündin durchaus noch normal. Durch das ungewöhnliche große Volumen der Leibesfrucht war die Gebärmutter eingerissen, hätte AUDREY nicht die Wehen ausgesetzt wäre unweigerlich die Gebärmutterwand völlig durchgerissen, die Leibesfrucht wäre in die Bauchhöhle ausgetreten und .......... Bis AUDREY aus der Narkose wieder munter wurde trockneten und wärmten wir die Babys. Und wieder einmal bewies unsere AUDREY uns die wahre Härte eines ZO, zwei Stunden nach der Operation verließ sie auf eigenen Füßen und aus eigener Kraft die VUW und stieg völlig selbständig zu ihren Kleinen in das Auto ein. Die restliche Nacht verbrachte ich neben der Wurfkiste, aber diese verging beruhigend ereignislos. AUDREY säugte und pflegte die Welpen perfekt. Unsere Sorge, sie könnte durch den Eingriff behindert oder in ihrem Verhalten gestört sein erwies sich als völlig unbegründet. Die Entwicklung der Jungen verlief völlig zufriedenstellend, bei den beiden Leichtgewichten geradezu verblüffend. Unseren täglichen Abwaagen zeigten eine konstante Gewichtszunahme wobei sich der Abst and zwischen den einzelnen Welpen ständig verringerte. Gerade ANDROMEDA, welche das geringste Geburtsgewicht hatte legte mächtig zu. Schon wenige Tage nach der Geburt war sie schön dick und rund, mächtig aktiv und eine der Schnellsten am Gesäuge. Sie glich ihr natürlich noch immer geringeres Gewicht durch unglaubliche Vitalität aus. Als sich die Zähne durch erste, lichte Höcker im Zahnfleisch ankündigten, begannen wir erst einmal Brei und dann feines, festes Futter anzubieten. Bald war das gekochte und zerkleinerte Putenfleisch ein fixe r Bestandteil der Diät. Wir kauften auf dem Wiener ViktorAdlerMarkt die Putenkeulen gleich kistenweise. Dort kannte ich schon aus früheren Zeiten einen Stand, wo es das Geflügel zu fairen Preisen gibt. Im Laufe der Welpenaufzucht entstand aus dieser Bekanntschaft eine lockere Freundschaft. Wir kauften so oft und in solchen Mengen ein, dass ganz einfach ein näherer Kontakt entstehen musste. Unseren Aufzeichnungen nach, gab es eine Woche, in der wir knapp mehr als vierzig Kilogramm Putenfleisch an die Welpen verfütterten! Und es bekam den Kleinen ganz ausgezeichnet, wir hatten nicht einen einzigen Fall von Durchfall zu verzeichnen, keine infektiöse Erkrankung und keine genetische Deformation. Nur bei einigen waren die Wol fsklauen zu entfernen. Das ist ja kein Problem, ich richtete alles für diesen kleinen Eingriff her, sterilen Zellstoff und Heftpflaster, Desinfektionsmittel und Nagelzange. Dann schnappte ich mir den ersten Welpen aus der Kiste, desinfizierte den Fußballen gewissenhaft, nahm die Zange in die Hand und - nach einer kurzen Denkpause packten wir die Welpen in eine Box und fuhren wieder einmal in die VUW, dort hat denn eine sehr nette Tierärztin die Krallen fachgemäß amputiert - so mit Zellstoff und Zange. Ich muss gestehen, dass ich einfach nicht in der Lage war, diesem kleinen Tierchen etwas abzuzwicken. Wie das die Züchter machen, welche selber kupieren ist mir unbegreiflich. Es ist nicht so, dass ich ein Weichei bin, als sich vor Jahren mein alter Schäferhund RICKI auf der Donauinsel einen vergammelten Angelhaken eingetreten hat te, konnte ich diesen sofort und ohne Probleme entfernen und habe auch schon bei verschiedensten Eingriffen an meinen Tieren assistiert, aber das waren alles Situationen wo es galt zu helfen. Aber so einfach in einen Hund hinein zu schneiden ..... . Der Abschied von den Welpen begann sich schon langsam abzuzeichnen, ab dem Alter von zwei Wochen kamen schon die eifrigsten der zukünftigen Welpenbesitzer regelmäßig zu Besuch. Einerseits ist das etwas sehr Trauriges, wenn man den Nachwuchs aus der Hand geben muss, aber andererseits ist es ganz wunderbar zu erleben, wie sich der Kontakt zwischen einem jungen Hund und einem passionierten Menschen entwickelt. Mit acht Wochen wurden die Kleinen noch einmal geimpft und es wurde allen ein Chip eingesetzt, und schon wurde der erste von ihnen abgeholt. AKGUS bezog seinen Posten im Reitstall, wo er von dem alten YUKI in seine Aufgaben eingeführt wurde. Und so gingen sie, AMBRA nach Gaschurn wo sie mit Mikie spielen muss, AJKA zu Marcel und BOBBY und ALIN nach Wien. ANDROMEDA nach Gerasdorf wo sie BAGHEERA gerufen wird und einen schwarzen SHIRKHAN zum Spielen hat und die kleine AUDREY nach Ernstbrunn, wo sie einen Mali und einen Jacki zum Toben hat. Wo bleibt die Nummer 7 werden manche jetzt zu Recht fragen. AISHA blieb bei uns. Als wir das erste Mal die gewärmte Box mit den Welpen in die Hand bekamen und damit begannen, die Kleinen kennen zu lernen und die Namen zu vergeben, war es uns in kürzester Zeit klar. Die da wird AISHA heißen und bei uns bleiben. Wie das dann mit ihr bei uns und mit uns weitergegangen ist kann man auf der Seite “ AISHA “ ganz genau nachlesen. Es ist uns gelungen, alle Welpen auf guten Plätzen unterzubringen, auch wenn jeder einzelne der Interessenten sich eine kritische Prüfung gefallen lassen musste. Und nach wie vor haben wir immer wieder Kontakt mit den Hunden und deren Besitzern. Manchmal wird uns von Sorgen berichtet, manchmal werden wir auch um Rat gefragt, aber meistens sind es doch schöne und erfreuliche Dinge welche wir erfahren dürfen. Neue Fotos von den Hunden, E rfolge bei der Erziehung oder die erfolgreiche Teilnahme an Ausstellungen. Und jetzt können wir auch eine Bilanz ziehen, was uns dieser Wurf gekostet und gebracht hat. Die Summe der Auslagen für das Decken, den Tierarzt und die Ausstellung der Papiere beträgt rund € 3 300,-. Dazu kommen noch zusätzliche Futterkosten von rund € 600,- somit in Summe € 3 900,-. Dem gegenüber stehen Einnahmen von € 66oo,- für den Verkauf der Welpen. Das sieht jetzt nach einem guten Geschäft aus, in zwei Monaten € 2 700,- verdient! Toll oder? Nein, gar nicht. Was in dieser Rechnung nicht aufscheint sind die unkalkulierbaren Nebenkosten. So sind wir zum Beispiel drei mal nach Ostrava gefahren, das entspricht 2 100 Kilometer Fahrstrecke plus Hotelkosten, AUDREY musste ausgestellt werden und einer Zuchttauglichkeitsprüfung unterzogen werden und die aufgewendete Zeit geht in die tau senden von Stunden. Grob gerechnet könnte es sich trotzdem ausgehen, dass wir bei diesem Wurf nicht draufgezahlt haben. Legt man aber einen strengen buchhalterischen Maßstab an, ist der finanzielle Verlust jedoch gewaltig. Allein die Beschaffung der Betriebsmittel war einfach zu teuer. Mit diesem Betriebsmittel ist unter anderem unsere AUDREY gemeint, bitte ihr das aber nicht weitersagen, sie versteht das vielleicht falsch. So zum Beispiel hat AUDREY bis jetzt an dreiundzwanzig Ausstellungen teilgenommen. Rechnet man das ganz einfach so, dass der aktive Besuch einer Ausstellung mit allen Nebenkosten gut und gerne mit € 200,- zu veranschlagen ist, haben alleine ihre Ausstellungen die Summe von € 4 600,- verschlungen. Alleine für diesen Betrag kann man sich überall auf der Welt locker vier bis fünf tadellose ZO-Welpen kaufen, ich weis das ganz genau. Aber wir sind eben keine Buchhalter sondern Züchter. Wir rechnen einfach ein wenig anders. Das gemeinsame Erlebnis, das Aufwachsen der Hunde zu sehen und deren Werdegang auch weiter zu verfolgen, ist einfach nicht in Zahlen auszudrücken. |